"Penis-Affäre"

Penis-Statue sorgt in Portugal für Aufruhr

Nackte Tatsachen erregen nicht immer die Gemüter (Symbolbild)

Nackte Tatsachen erregen nicht immer die Gemüter (Symbolbild)

Eine Penis-Statue sorgt in Portugal für Aufruhr. Das 2,47 Meter hohe Werk war in der Stadt Aveiro, 250 Kilometer nördlich von Lissabon, am Eingang des Fischmarktes aufgestellt worden, um für die Internationale Keramik-Biennale Werbung zu machen.

Doch die Proteste waren so heftig, dass sich die Stadtverwaltung jetzt zur Entfernung des umstrittenen Kunstwerkes entschloss. "Spätestens bis Montag ist die Statue weg", sagte die Kulturstadträtin Maria da Luz Nolasco nach portugiesischen Medienberichten vom Freitag.

Verständnis für die empörten Bürger wollte sie allerdings nicht aufbringen. "Es ist fast so, als ob wir ins 19. Jahrhundert zurückgekehrt wären, als die Frauen sogar die Knöchel bedecken mussten und man selbst bei Kunstausstellungen keine Nacktbilder zeigen konnte", klagte sie.

Man habe mit dem Werk der 37-jährigen Künstlerin Umbelina Barros niemanden beleidigen wollen, aber die Proteste zeigten, dass es in Portugal heutzutage noch viel Prüderie gebe.

Bei der "Penis-Affäre" ging es aber nicht nur um Moral, sondern auch ums nackte Geschäft: Die Verkäufer des Fischmarktes, die in der grossen Mehrheit Frauen sind, beklagten, ihre Umsätze seien nach der Aufstellung der Statue in den vergangenen Tagen stark zurückgegangen. "Die Kunden bleiben weg, weil die Statue vulgär und hässlich ist", sagte eine Sprecherin der Protestaktion.

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