Israel

PLO-Generalsekretär nach Corona-Erkrankung gestorben

ARCHIV - Saeb Erekat, Generalsekretär der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO), spricht auf der J Street Nationalkonferenz. Erekat ist nach schwerer Corona-Erkrankung gestorben Foto: Jacquelyn Martin/AP/dpa

ARCHIV - Saeb Erekat, Generalsekretär der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO), spricht auf der J Street Nationalkonferenz. Erekat ist nach schwerer Corona-Erkrankung gestorben Foto: Jacquelyn Martin/AP/dpa

Der Generalsekretär der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO), Saeb Erekat, ist tot. Dies teilte die Fatah-Partei am Dienstag mit.

Der 65-Jährige war wegen schwerer Atemprobleme nach einer Corona-Erkrankung Mitte Oktober nach Jerusalem ins Krankenhaus gebracht worden. Seither hatten Ärzte um das Leben des ehemaligen Unterhändlers bei Friedensgesprächen gekämpft. Nach einer Verschlechterung seines Zustands war er in Vollnarkose versetzt und künstlich beatmet worden.

Nach Angaben der Ärzte war die Behandlung besonders schwierig, weil Erekats Immunsystem nach einer Lungentransplantation vor drei Jahren unterdrückt war. Dazu seien die Corona-Erkrankung sowie eine bakterielle Infektion gekommen.

Erekat galt als enger Vertrauter von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas. Der promovierte Politikwissenschaftler war seit Mitte der 1990er Jahre Chefunterhändler bei den Verhandlungen mit Israel. Seit 2014 liegen die Gespräche brach.

Erekat hatte sich für eine Zwei-Staaten-Lösung eingesetzt und den israelischen Siedlungsausbau stets scharf als Hindernis für den Frieden kritisiert. Er hatte auch heftige Kritik an der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Israel und zwei Golfstaaten geübt, weil die Vereinbarungen ohne Lösung des israelisch-palästinensischen Konflikts getroffen worden waren. Dass zuletzt israelische Ärzte um sein Leben kämpften, löste in sozialen Medien viele hämische Kommentare aus. Erekat hinterlässt eine Frau und vier Kinder.

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