Türkei

Proteste gegen Gewalt gegen Frauen in mehreren türkischen Städten

Menschen versammeln sich im Istanbuler Stadtteil Kadiköy, um gegen Gewalt gegen Frauen und die Aufkündigung der sogenannten Istanbul-Konvention zu demonstrieren. Foto: Anne Pollmann/dpa

Menschen versammeln sich im Istanbuler Stadtteil Kadiköy, um gegen Gewalt gegen Frauen und die Aufkündigung der sogenannten Istanbul-Konvention zu demonstrieren. Foto: Anne Pollmann/dpa

In mehreren türkischen Städten haben Demonstrantinnen gegen Gewalt gegen Frauen und die Aufkündigung der sogenannten Istanbul-Konvention demonstriert. Im Istanbuler Stadtteil Kadiköy versammelten sich am Mittwoch Hunderte Frauen und skandierten Slogans wie: «Männer schlagen, der Staat schützt (sie)», wie eine dpa-Reporterin berichtete. Die Demonstrantinnen hielten Schilder mit den Namen getöteter Frauen hoch oder trugen Oberteile mit den Namen der Opfer. In der westtürkischen Metropole Izmir wurden nach Medienberichten mehrere Demonstrantinnen festgenommen.

Gewalt gegen Frauen ist in der Türkei, wie auch in vielen anderen Ländern, weit verbreitet. Der Mord an der 27-jährigen Studentin Pinar Gültekin im Juli hatte die Proteste in der Türkei gegen Femizide (Frauenmorde) noch einmal befeuert. Die Frauen protestierten auch gegen einen Austritt der Türkei aus der Istanbul-Konvention zur Verhütung von Gewalt gegen Frauen. Auf der Demonstration in Istanbul wurden Masken verteilt mit der Aufschrift: "Wendet die Istanbul-Konvention an!"

Die türkische Regierung diskutiert über einen Austritt aus dem Abkommen. Dieses wurde 2011 vom Europarat ausgearbeitet und soll einen europaweiten Rechtsrahmen schaffen, um Frauen vor Gewalt zu schützen. Auch Deutschland hat die Istanbul-Konvention ratifiziert. Alleine im vergangenen Jahr wurden in der Türkei nach Angaben der Plattform "Wir werden Frauenmorde stoppen" 474 Frauen von Männern getötet.

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