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Schwab: «Globalisierung verläuft nicht in geordneten Bahnen»

Heute Abend wird das 42.Jahrestreffen des World Economic Forum in Davos durch Bundespräsidentin Eveline Widmer-Schlumpf und die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel eröffnet. Ökonomen rufen nach einer neuen Wirtschaftsordnung.

Angesichts der weltweiten Krisenherde verzeichnet das WEF eine rekordhohe Teilnehmerzahl. Klaus Schwab, Gründungspräsident des WEF, erhofft sich neue Lösungsansätze, wie er im Interview sagt. Für Schwab verläuft die Globalisierung nicht in geordneten Bahnen. Das irritiere die Leute und führe zu mehr Nationalismus. Dies sei aber der falsche Weg. Wichtig sei, Regel­Mechanismen zu diskutieren, um die Globalisierung in geordnete Bahnen zu lenken.

Der neue Rettungsfonds kommt

Neue Wege muss die Wirtschaftspolitik auch in den Augen von Norbert Walter gehen. Im Gespräch mit der az erklärt der ehemalige Chefökonom der Deutschen Bank: Wegen der steigenden Lebenserwartung müssten die Menschen in Europa mehr und länger arbeiten. Zur Lösung der Schuldenkrise gebe es kei-ne schnellen Rezepte. «Wir müssen durch das Tal gehen», so Walter.

Die Euro-Finanzminister haben sich derweil auf die Details des dauerhaften Rettungsfonds ESM (European Stability Mechanism) geeinigt. Dieser soll im Juli 2012, ein Jahr früher als geplant, die provisorischen EFSF (European Financial Stability Facility) ablösen. Dies erklärte der luxemburgische Premier Jean-Claude Juncker gestern vor den Medien.

Der ESM soll über ein Barkapital von 80Milliarden Euro verfügen und damit unabhängiger von Bewertungen der Ratingagenturen werden. Zugleich forderten die Finanzminister von Griechenland weitere Sparanstrengungen – dies als Voraussetzung für weitere Finanzhilfen.

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