Drohnenangriff

Schwerer Schlag gegen grösste Erdölraffinerie Saudi-Arabiens – das Wichtigste in 4 Punkten

Ein Satellitenbild zeigt das Ausmass der Explosion.

Ein Satellitenbild zeigt das Ausmass der Explosion.

Drohnenangriffe haben am frühen Samstagmorgen Brände in zwei Raffinerie-Komplexen des staatlichen Erdölkonzerns Saudi Aramco in Bakiak und Churais ausgelöst.

1. Was ist passiert?

Die Drohnenangriffe auf die grösste Erdölraffinerie Saudi-Arabiens haben zu einem Einbruch der Produktionsmenge geführt. Die Erdölproduktion sei infolge der «terroristischen Attacken» um 5.7 Millionen Barrel auf etwa die Hälfte des üblichen Volumens zurückgegangen.

Dies berichtete die staatliche saudische Nachrichtenagentur SPA in der Nacht zum Sonntag unter Berufung auf den neuen Energieminister Prinz Abdulasis bin Salman bin Abdulasis. Dabei handele es sich aber nur um einen vorübergehenden Effekt, der zudem durch die Einspeisung vorhandener Erdölreserven in den Markt teilweise kompensiert werde.

Zudem sind die USA zur Freigabe von Erdölreserven bereit, sollte es nach den Drohnenangriffen tatsächlich zu Engpässen kommen. US-Energieminister Rick Perry habe Führungskräfte seines Ministeriums angewiesen, zusammen mit der in Paris ansässigen Internationalen Energieagentur IEA allfällige Massnahmen auszuloten, sagte eine Ministeriumssprecherin am Samstag (Ortszeit).

Die IEA hatte zuvor erklärte, mit Saudi-Arabien in Kontakt bezüglich der Erdölversorgung zu stehen. Die weltweiten Erdöl-Märkte seien aber derzeit gut versorgt; es gebe ausreichend Lagerbestände. Der Anschlag schürte Sorgen vor einem Erdölpreis-Anstieg.

Die Drohnenangriffe hatten am frühen Samstagmorgen Brände in zwei Raffinerie-Komplexen des staatlichen Erdölkonzerns Saudi Aramco in Bakiak und Churais ausgelöst. Die gewaltigen Flammen stiegen weithin sichtbar in den hell erleuchteten Nachthimmel und verursachten dichte Rauchschwaden, die sich bis zu 150 Kilometer über Saudi-Arabien ausbreiteten. Inzwischen seien die Brände aber unter Kontrolle, hiess es in dem Bericht. Verletzte unter den Arbeitern der Raffinerie habe es nach bisherigen Erkenntnissen des Energieministers nicht gegeben.

2. Wer bekannte sich zu den Angriffen?

Zu den Drohnenangriffen hatten sich die Huthi-Rebellen aus dem benachbarten Jemen bekannt. Ein Militärsprecher der Huthis sagte, der Angriff mit zehn Drohnen sei der bisher grösste in Saudi-Arabien und eine «legitime Antwort» auf die anhaltende Militärkampagne der saudischen Streitkräfte im Jemen.

3. Was sagen die USA?

US-Aussenminister Mike Pompeo machte hingegen den Iran direkt für die Attacken verantwortlich und schrieb am Samstag auf Twitter: «Inmitten der Rufe nach Deeskalation hat der Iran jetzt einen beispiellosen Angriff auf die Welt-Energieversorgung verübt. Es gibt keinen Beweis, dass die Angriffe vom Jemen kamen.»

4. Und wie reagiert der Iran?

Der Iran hat Vorwürfe von US-Aussenminister Mike Pompeo vehement zurückgewiesen, das Land sei an den Drohnenangriffen auf die grösste Ölraffinerie in Saudi-Arabien beteiligt gewesen. Pompeos Unterstellungen seien absurd, unerklärlich und daher auch halt- und wirkungslos, sagte Aussenamtssprecher Abbas Mussawi am Sonntag.

Was im Jemen passiere, sei der Widerstand der Jemeniten gegen die Kriegsverbrechen der von den Saudis angeführten Militärkoalition, sagte der Sprecher laut Nachrichtenagentur Isna.

Weiter sagte Mussawi: «Weil die US-Politik des maximalen Drucks auf den Iran gescheitert ist, sind die Amerikaner nun auf die der maximalen Lügen umgestiegen.» Aber trotz extremer Feindseligkeit sollten die Aussagen von Politikern «ein Minimum an Glaubwürdigkeit» haben, was aber bei den Amerikanern derzeit nicht der Fall sei. Daher könnte man zu dem Ergebnis kommen, dass sie mit solchen absurden Unterstellungen «ganz andere Ziele» verfolgen, sagte er weiter. (cma/mim/sda/dpa)

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