"Es gibt immer noch eine grosse Zahl von Zivilisten dort", sagte der Sprecher der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF), Adnan Afrin, am Samstag der französischen Nachrichtenagentur AFP. Dies sei der Grund, warum sich die Offensive verzögere.

Ein zweiter SDF-Sprecher sagte, IS-Hardliner hätten weiter die Kontrolle über das Dorf Baghus. "Es sind noch immer Zivilisten in Baghus und wir bemühen uns, sie rauszuholen", sagte Mustefa Bali.

Beide Sprecher wollten sich nicht dazu äussern, wann sie mit der kompletten Einnahme von Baghus rechnen. US-Präsident Donald Trump hatte am Freitag angekündigt, dass das IS-"Kalifat" binnen 24 Stunden Geschichte sein werde.

Die SDF-Allianz hatte vor einigen Tagen ihre "finale Offensive" auf das Dorf an der irakischen Grenze gestartet, in dem sich noch hunderte zumeist ausländische IS-Kämpfer verschanzt haben. Zuvor hatten tausende Menschen die letzte Bastion der sunnitischen Extremistengruppe im Euphrattal verlassen und sich den SDF-Truppen ergeben, darunter auch zahlreiche deutsche, französische und britische Frauen und Kinder von IS-Kämpfern.

Die IS-Miliz hat in dem Dorf am Euphrat zahlreiche Tunnel gegraben und Minen gelegt, die den Vormarsch der SDF-Kämpfer behindern. Zudem setzt sie immer wieder Selbstmordattentäter gegen die vorwiegend kurdischen SDF-Kämpfer ein, die von der US-geführten Anti-IS-Koalition unterstützt werden. Viele der Flüchtlinge aus Baghus sind völlig ausgehungert, doch müssen sie oft tagelang im Freien schlafen, bevor sie in Lager gebracht werden.