Haftbefehl

Serbien stellt Haftbefehl für ehemalige KZ-Wärterin aus

Nada mit ihrem Mann Dinko Sakic auf einem Bild von 1944 (Archiv)

Nada mit ihrem Mann Dinko Sakic auf einem Bild von 1944 (Archiv)

Serbien hat einen internationalen Haftbefehl für eine frühere kroatische KZ-Wärterin ausgestellt. Die 85-Jährige Nada Sakic werde wegen Völkermords und Verbrechen gegen die Menschlichkeit gesucht, teilte das serbische Justizministerium am Freitag mit.

Sie leitete während des Zweiten Weltkriegs den Frauenteil des Konzentrationslagers Stara Gradiska. Dieses Lager gehörte zum Vernichtungslager Jasenovac, das von dem mit Hitler-Deutschland verbündeten Ustascha-Regime eingerichtet worden war.

Nada Sakic, die zum Beginn ihrer Arbeit in Stara Gradiska 1942 gerade einmal 16 Jahre alt war, war die Schwester von Max Luburic, dem Kommandanten aller Ustascha-Lager in Bosnien und Kroatien. Sie war verheiratet mit Dinko Sakic, der seinerseits das Lager von Jasenovac leitete.

Das Ehepaar lebte nach dem Krieg lange Zeit unbehelligt in Argentinien. 1998 wurden sie nach Kroatien ausgeliefert, doch während Dinko Sakic zur Höchststrafe von 20 Jahren verurteilt wurde und 2008 in Haft starb, wurde Nada Sakic Anfang 1999 mangels Beweisen wieder freigelassen.

Serbischen Medien zufolge lebt sie heute wieder in Argentinien, deren Staatsbürgerschaft sie besitzt. Kroatische Medien berichteten dagegen, sie sei am 5. Februar in Zagreb gestorben und wenige Tage später dort eingeäschert worden.

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