Türkei

Türkei: Regierungskritische Journalistin in U-Haft

Mit Hilfe Ankaras war es den Einheiten von Regierungschef Fajis al-Sarradsch zuletzt gelungen, die Truppen des aufständischen libyschen Generals Haftar deutlich zurückzudrängen. Foto: Uncredited/Turkish Presidency/AP/dpa

Mit Hilfe Ankaras war es den Einheiten von Regierungschef Fajis al-Sarradsch zuletzt gelungen, die Truppen des aufständischen libyschen Generals Haftar deutlich zurückzudrängen. Foto: Uncredited/Turkish Presidency/AP/dpa

Ein Gericht in Ankara hat Untersuchungshaft für eine regierungskritische Journalistin angeordnet. Müyesser Yildiz werden «politische und militärische Spionage» vorgeworfen, wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu am späten Donnerstag berichtete.

Die leitende Redakteurin der oppositionellen Online-Plattform Oda TV in Ankara und auch der Journalist Ismail Dükel vom Sender Tele1 seien bereits am Montag festgenommen worden. Dükel sei auf Kaution wieder freigekommen.

"Journalismus unter Arrest", schrieb Oda TV in der Nacht zum Freitag. Hintergrund der Gerichtsentscheidung seien Berichte der Journalistin über angebliche Treffen zwischen türkischen Militärangehörigen und dem aufständischen libyschen General Chalifa Haftar gewesen, teilte die Plattform weiter mit. Die Türkei unterstützt die international anerkannte Regierung Libyens. Mit Hilfe Ankaras war es den Einheiten von Regierungschef Fajis al-Sarradsch zuletzt gelungen, die Truppen Haftars deutlich zurückzudrängen.

Im März wurden bereits zwei weitere Journalisten der Plattform nach einem Bericht über die Beerdigung eines Mitarbeiters des Geheimdienstes MIT festgenommen. Baris Terkoglu und Hülya Kilic wird Oda TV zufolge vorgeworfen, die Identität des MIT-Mitarbeiters, der in Libyen getötet worden sein soll, preisgegeben und somit gegen das Geheimdienstgesetz verstossen zu haben. Die beiden sitzen noch immer in Haft. Oda TV weist die Vorwürfe zurück.

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