Kommentar

Twitter-Hack: Das ist ein Warnschuss vor den amerikanischen Wahlen

Raffael Schuppisser: «Nach dem grossen Hack auf Twitter werden die sozialen Medien während den bevorstehenden US-Wahlen noch mehr unter Beobachtung stehen.» (Archivbild)

Raffael Schuppisser: «Nach dem grossen Hack auf Twitter werden die sozialen Medien während den bevorstehenden US-Wahlen noch mehr unter Beobachtung stehen.» (Archivbild)

Zehn der wichtigsten Twitter-Accounts wurden gehackt. Die Täter haben damit gut 100'000 Dollar erbeutet. Sie hätten auch die Börse oder den Präsidentschaftswahlkampf beeinflussen können.

Das war ein Warnschuss. Gut 100000 Dollar haben die Hacker erbeutet. Das ist nicht viel, hatten sie doch zehn der wichtigsten amerikanischen Twitter-Accounts unter Kontrolle. Darunter jene des demokratischen Präsidentschaftsanwärters Joe Biden, des ehemaligen Präsidenten Barack Obama und des reichsten Mannes Jeff Bezos. Durch das gezielte Senden von Tweets liesse sich mit diesen Accounts die Börse kurzzeitig beeinflussen oder in der heissen Phase des US-Wahlkampfs wohl auch dessen Ausgang. Was wenn Biden plötzlich twitterte, dass er sich zurückzieht oder Musk, dass er Tesla verkaufe?

Die Täter aber zogen es vor, Follower der gekaperten Accounts mit einem falschen Versprechen dazu zu bringen, Bitcoins auf ein Konto einzuzahlen. So kam das Geld zusammen. Das deutet darauf hin, dass weder Nordkorea noch China noch ein anderer Staat mit Cyberarmee oder ein Geheimdienst am Werk war.

Das ist nicht unbedingt eine gute Nachricht. Denn wenn es einem Hacker oder einem Hackerkollektiv dank gezielter Manipulation von Twitter-Mitarbeitenden gelingt, Zugang zu mindestens zehn der wichtigsten Accounts zu erlangen, zu was, so fragt man sich, ist dann ein ganzer Geheimdienst oder ein Staat fähig? Nach dem grossen Hack auf Twitter werden die sozialen Medien während den bevorstehenden US-Wahlen noch mehr unter Beobachtung stehen.

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