Ruanda

UNO-Tribunal für Ruanda verurteilt Bürgermeister wegen Völkermordes

Ein Überlebender des Völkermordes steht 2004 neben den Ruinen der zerstörten Kirche in Nyange (Archiv)

Ein Überlebender des Völkermordes steht 2004 neben den Ruinen der zerstörten Kirche in Nyange (Archiv)

In einem Prozess wegen Völkermordes hat das internationale Strafgericht für Ruanda einen ehemaligen Bürgermeister zu 15 Jahren Haft verurteilt. Der 59-jährige Gregory Ndahimana wurde am Donnerstag schuldig gesprochen, 1994 ein Massaker an rund 2000 Menschen nicht verhindert zu haben.

Richterin Florence Arrey zufolge hatte die Anwesenheit Ndahimanas, der damals dem Bezirk Kivumu vorstand, auf die Täter sogar einen "ermutigenden Effekt". Ndahimana hatte demnach mitangesehen, wie Bulldozer eine Kirche in Nyange mit fast 2000 Menschen darin einrissen.

Dritter Verurteilter

Die Ankläger hatten Ndahimana vorgeworfen, das Massaker selbst geplant und angeordnet sowie den Startschuss gegeben zu haben. Die Richter des UNO-Tribunals im tansanischen Arushdar wiesen diese Anschuldigungen jedoch aus Mangel an Beweisen zurück. Ndahimana ist der dritte Angeklagte, der für das Massaker in Nyange verurteilt wurde.

Das internationale Strafgericht wurde Ende 1994 eingerichtet, um die Hauptschuldigen für den Völkermord zu bestrafen, dem binnen 100 Tagen rund 800'000 Menschen zum Opfer gefallen waren. Die meisten der Getöteten gehörten der Minderheit der Tutsi an.

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