Kosovo

USA kündigen neue Gespräche zwischen Serbien und Kosovo an

ARCHIV - Der US-Sondergesandte Richard Grenell Foto: Sven Hoppe/dpa

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Die USA haben die Wiederaufnahme der Ende 2018 abgebrochenen Gespräche zwischen Serbien und dem Kosovo angekündigt.

Die Regierungen beider Länder hätten sich zu einem Treffen am 27. Juni im Weissen Haus in Washington bereit erklärt, teilte der US-Sondergesandte Richard Grenell am Montag (Ortszeit) über Twitter in der US-Hauptstadt mit. Der kosovarische Präsident Hashim Thaci bestätigte, dass er die Einladung zu dem Treffen annehmen werde.

Das heute fast ausschliesslich von Albanern bewohnte Kosovo hatte einst zu Serbien gehört. Nach einem bewaffneten Aufstand der Kosovo-Albaner gegen die repressive serbische Herrschaft und einer Nato-Intervention 1999 hatte sich das von Serbien losgelöste Kosovo 2008 für unabhängig erklärt. Mehr als 100 Länder haben den neuen Staat anerkannt. Serbien, Russland, China sowie fünf EU-Länder verweigern ihm die Anerkennung.

Seit 2011 laufen von der EU vermittelte Gespräche zwischen Belgrad und Pristina, die zu einer Normalisierung der Beziehungen führen sollen. Am Ende soll dies die wechselseitige staatliche Anerkennung bedeuten, zugleich eine Voraussetzung für eine künftige EU-Mitgliedschaft der beiden Länder. Die Gespräche brachen ab, als das Kosovo Ende 2018 einen faktischen Boykott des Imports von Waren aus Serbien verhängte. Dieser wurde inzwischen von Pristina auf US-Druck wieder aufgehoben.

Die damalige kosovarische Regierung hatte den Warenboykott mit einer feindseligen serbischen Kampagne begründet, die darauf abzielt, dass bestimmte Länder ihre Anerkennung des Kosovos zurückziehen und dem Land der Beitritt zu internationalen Organisationen verwehrt wird.

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