Coronavirus

Zwei Tessiner Gemeinden opponieren gegen Regierungsbeschluss

Mindestens zwei Tessiner Gemeinden wollen ihre Schule schliessen, und in Lugano und Locarno ist der Schulbesuch freiwillig. (Themenbild)

Mindestens zwei Tessiner Gemeinden wollen ihre Schule schliessen, und in Lugano und Locarno ist der Schulbesuch freiwillig. (Themenbild)

Mindestens zwei Tessiner Gemeinden wollen ihre obligatorischen Schulen schliessen, und in Lugano und Locarno ist der Schulbesuch für Primarschüler nicht mehr obligatorisch. Das Bildungsdepartement will das aber nicht hinnehmen und mit den Gemeinden Gespräche führen.

Die Weisung der Tessiner Regierung ist eigentlich klar: Alle weiterführenden Schulen bleiben wegen des Coronavirus bis 29. März geschlossen. In den obligatorischen Schulen aber wird der Unterricht weitergeführt - damit sollen in erster Linie Grosseltern geschützt werden, die im Falle einer Schulschliessung die Kinder betreuen müssten.

Nicht mehr obligatorisch

Mindestens die Gemeinden Cadenazzo und Monteceneri wollen sich dieser Weisung widersetzen, wie die Direktion des Departements für Bildung, Kultur und Sport auf Anfrage von Keystone-SDA bestätigte. Die Städte Locarno und Lugano teilten am Donnerstag mit, der Besuch von Primarschule und Kindergarten sei nicht mehr obligatorisch.

Ab Freitag sind somit Schul-Absenzen erlaubt, wie es in der Mitteilung hiess. Die Städte wollten Solidarität mit Risikogruppen üben und sie vor der Ansteckung mit Sars-CoV-2 schützen. Anderseits hätten sie diesen Weg gewählt, weil zunehmend mehr Kinder dem Unterricht fern blieben.

In Lugano fehlten am Donnerstag im Kindergarten mittlerweile 44 Prozent der Kinder und in den Primarschulen 26 Prozent. Laut der Mitteilung kommt hinzu, dass es zunehmen schwieriger werden könnte, Stellvertreter und Stellvertreter für die Lehrkräfte zu finden.

Massnahmen vorbehalten

Beim Bildungsdepartement hiess es am Donnerstagabend auf Nachfrage, man versuche, die Gemeinden im Gespräch davon zu überzeugen, den Schulunterricht nicht einzustellen. Klappe das nicht, behalte sich der Kanton Massnahmen vor. Was für Massnahmen das sein werden, liess die Direktion aber offen.

Im Normalfall liegt es in der Verantwortung der Gemeinden, den Zugang zu öffentlichen Plätzen und Gebäuden zu erlauben oder zu verbieten. Nicht so in diesem Moment: Das von der Tessiner Regierung verabschiedete Dekret - welches auch den Notstand definiert - steht über den kommunalen Befugnissen, wie die Bildungsdirektion sagt.

"Die Gemeinden dürfen ihre Schulen nicht schliessen", sagt ein Mitarbeiter der Direktion. Dem Vernehmen nach wollen indes auch weitere Gemeinden ihre Schulen schliessen.

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