Opel
Die Qualitäten weiter verbessert

Der Opel Meriva mit seinen sich gegenläufig öffnenden Türen wurde kürzlich erneuert. Im Test konnte er beweisen, dass Opel auf gutem Weg ist.

Peter Ruch
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Opel Meriva

Opel Meriva

HO

Der Opel Meriva der ersten Generation war ein Bestseller. Relativ klein und übersichtlich war er – und doch bot er viel Platz. Und eine angenehm hohe Sitzposition, die vor allem bei älteren Käufern sehr beliebt war. Seit seinem Relaunch vor knapp vier Jahren hat der Meriva aber kein leichtes Spiel mehr. Das Fahrzeug mit den sich gegenläufig öffnenden Türen ist zwar sehr praktisch, flexibler als je zuvor, aber so richtig in Schwung sind die Verkaufszahlen in der Schweiz nicht mehr gekommen. Was erstaunt, denn das Auto bringt alles mit, um junge Familien und ak tive Pensionisten glücklich zu machen. So wird denn Opel auch nicht müde zu betonen, wie leicht es dank des innovativen Türkonzepts ist, zum Beispiel Kleinkinder in den Kindersitz zu hieven.
Der Meriva ist das einzige Auto weltweit, welches durch den Verein «Aktion gesunder Rücken» für seine besondere Ergonomie zertifiziert wurde. Das verwundert nicht unbedingt, denn bislang hat auch nur Opel zusammen mit AGR einen Sitz entwickelt; aber gut ist es schon, das Gestühl von Opel, das muss man den Deutschen zugestehen. Gerade auf langen Strecken wird man die gute Stütze und den hervorragenden Seitenhalt, der aber nicht einengt, geniessen.
Wie es sich für ein Facelift gehört, wurde der Opel natürlich aussen etwas überarbeitet. Ein deutlich grösserer Kühlergrill, Chromzierrat allenthalben und frisch gezeichnete Leuchten am Heck gehören bei solchen «Verbesserungen» zum Standardprogramm. Doch deutlich grösser und vor allem wichtiger sind die Veränderungen unter der Motorhaube. Neu bekommt man den leisen 1600er-Diesel im Meriva, der zudem sehr sparsam sein soll (4,4 L/100 km). Zudem kommt bald eine Sparversion des 1,6 CDTI mit 110 statt 136 PS, den gibt es dann wie die beiden Benzinvarianten (120 und 140 PS) auch in Kombination mit einer Sechsstufenautomatik. Der Meriva fährt sich mit dem stärkeren Diesel richtig fein. Es herrscht viel Ruhe an Bord, das weiss man bald zu schätzen. Kraft hat er mehr als genug, obwohl der Opel kein Leichtgewicht ist. Das ist wohl auch der Grund, weshalb im Testbetrieb dann eine 5 vorne stand beim Durchschnittsverbrauch, aber das ist auf jeden Fall ein löblicher Wert.
Der aufgefrischte Meriva ist recht komfortabel abgestimmt; ein Sportwagen will und kann er nicht sein, aber das Opel «Fahrwerk» kann, das beweisen die Rüsselsheimer auch beim Meriva. Und dank netter Gimmicks wie etwa der Lenkradheizung kommt sogar ein Hauch von Luxus an Bord. Ob allerdings eine der beiden Hauptzielgruppen, die jungen Familien, deshalb auf den Opel abfahren werden, steht zu bezweifeln. Anders sieht das aber bei den älteren Semestern aus, die mögen solche Kleinigkeiten mehr zu schätzen. Das gilt auch für die sehr weit öffnenden Türen, den ausgesprochen einfachen Zustieg zur zweiten Sitzreihe (siehe: Bild) und die schön tiefe Ladekante des Gepäckraums; man darf dem Meriva zugestehen, ein richtig, richtig praktisches Gefährt zu sein, da hat er nur Stärken.
Auch am Preis kann es eigentlich nicht liegen, dass der Opel ein der artiges Mauerblümchen-Dasein fristen muss. Schon ab 17'950 Franken ist man dabei. Der Testwagen mit seinem 1,6-Liter-Diesel lag dann zwar schon über 30'000 Franken, doch auch das darf man für die gebotene Leistung als absolut akzeptabel beschreiben. Was dem Meriva halt fehlt, das ist das richtige Image; wie Opel das (wieder) erreichen will, steht noch in den Sternen. Doch auch der Meriva beweist, dass Rüsselsheim nicht nur extrem bemüht ist, sondern auch auf dem richtigen Weg. Beharrlich arbeiten die Deutschen an fortschrittlicherer Technik, mehr Qualität, cleveren Kleinigkeiten. Irgendwann wird die Rechnung aufgehen; der verbesserte Meriva ist da ein Puzzleteilchen.

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