Nissan

Edler Begleiter ohne Allüren

Nissan Qashqai

Nissan Qashqai

Der Qashqai ist ein Erfolgsmodell für Nissan – die neuste Version ist, wie sich im Test zeigte, deutlich gereift.

Relativ einfache, gut gemachte Autos haben durchaus ihren Reiz. Autos, die einem klar definierten Zweck dienen und kein Aufheben darum machen, wie sie ihre Aufgaben erledigen. Wenn dann der Motor noch sehr sparsam ist, das Fahren bequem und das Platzangebot sowie die Variabilität gut sind – dann passt alles zusammen – wie beim neuen Nissan Qashqai.

Der Crossover ist eine gewaltige Erfolgsgeschichte für Nissan, seit Jahren Allianzpartner von Renault. Der nun knapp 438 cm lange Wagen (+5 cm gegenüber dem Vorgänger) verkaufte sich bisher – auch in der Schweiz – hervorragend. Das dürfte sich in Zukunft auch nicht ändern, denn die Proportionen des neuen Modells wirken stimmiger und der Nutzwert kommt nicht zu kurz. 430 Liter an Kofferraumvolumen sind es mindestens – das ist nicht Spitze, aber auch alles andere als schlecht. Wer die zweite Sitzreihe nicht benötigt, kann den Stauraum auf 1585 Liter erweitern. Das ist allerhand. Und nein, einen Qashqai +2, also eine siebensitzige Version, wird es nicht mehr geben. Wer unbedingt zwei zusätzliche Sitzplätze haben will, muss zum ebenfalls neu aufgelegten, grösseren X-Trail greifen.

Auf der Strasse fühlt sich der neue Qashqai an wie: ein ganz normales Auto. Die Seitenneigung des Aufbaus, das Untersteuern in Kurven und die Bremsleistung entsprechen dem, was in dieser Klasse üblich ist. Irgendwie leistet sich der Nissan keine Schwächen. Innen gibts genügend Platz, die Sitze sind bequem und die Übersicht dank der leicht erhöhten Sitzposition prima. Klar, kleine Kritikpunkte gibts immer. So ist der Bildschirm des Navigationssystems etwas gar tief montiert und man muss den Blick deutlich von der Strasse abwenden. Schön ist, dass der neue Qashqai serienmässig mit einigen Assistenzsystemen ausgerüstet ist, die bei der Konkurrenz nur gegen Aufpreis zu bekommen sind. Spurhalteassistent und Notbremsfunktion sind ebenso an Bord wie die Verkehrszeichen-Erkennung. Zumindest bei den mittleren und hohen Ausstattungsniveaus. Da aber die Basisversion Visia (ab 24  790 Franken) in der Schweiz nur einen verschwindend kleinen Anteil der Verkäufe ausmacht, lassen wir diese aussen vor.

Eines der Highlights am Nissan ist der neue 1,6 l grosse Dieselmotor mit 130 PS und einem maximalen Drehmoment von 320 Nm ab 1750 Umdrehungen. Bei Kaltstart noch deutlich als Diesel zu erkennen, wird der Vierzylinder mit Zunahme der Motoröltemperatur immer kultivierter. Er macht aus dem leer 1520 kg schweren Auto (Allrad mit manuellem Sechsganggetriebe) zwar keinen Sprinter. Aber das Triebwerk verfügt über eine derart angenehme Leistungsentfaltung, dass man nie darauf schliessen würde, dass der Hubraum lediglich 1598 cm 3 beträgt. Zusammen mit dem leicht zu bedienenden Getriebe schwingt sich der Qashqai genauso locker über die Landstrasse wie über die Autobahn. Und das alles mit einem Spatzendurst. Nissan spricht von 4,9 Litern pro 100 Kilometer. Das haben wir – natürlich – nicht erreicht. Aber der Testverbrauch von 5,6 L/100 km ist schon aller Ehren wert. Zumal man, wie erwähnt – nie das Gefühl hat, man sei in einem untermotorisierten Pseudo-Offroader unterwegs. Zum Thema Offroad: Das soll der Qashqai auch können. Doch das haben wir – wie wohl 99 Prozent der Kunden – nie ausprobiert.

Wir haben uns lieber am guten Soundsystem, der guten Geräuschisolation und der sehr ordentlichen Verarbeitung erfreut. Allerdings gibts das dann nicht mehr umsonst. Diesel, Allrad und die besten Ausstattungslinie «Tekna» summieren sich zu einem Mindestbetrag von 41’990 Franken. Kein Schnäppchen mehr, aber irgendwie trauen wir dem Qashqai zu, dass er für lange Zeit ein treuer und problemloser Begleiter ist. Zudem wird für die meisten Kunden das Modell mit Vorderradantrieb genügen. Dieses gibts mit dem getesteten Diesel ab 33’890 Franken und kann mit einer Automatik (Aufpreis 2300 Franken) kombiniert werden.

Meistgesehen

Artboard 1