Tetsuya Tada hatte eine schwierige und wichtige Aufgabe als Chefingenieur beim neuen GR Supra. Schliesslich handelt es sich bei der Neuauflage des japanischen Sportcoupés um die Wiedergeburt einer wahren Automobil-Ikone. Spätestens seit dem Auftritt im Film «The Fast & the Furious» geniesst das Coupé Kultstatus und wird vor allem in der Tuningszene hochverehrt. Der Reihen-Sechszylindermotor gilt als beinahe unzerstörbar und wird für Beschleunigungsrennen auf weit über 1000 PS optimiert.


Getreu der Tradition
So weit wollte Toyota für die Reinkarnation des Klassikers freilich nicht gehen. Denn: Der Supra war ab Werk noch nie ein hochgezüchteter PS-Protz, sondern viel eher ein feiner, ausbalancierter Sportwagen mit Alltagsnutzen.
Klar war von Beginn weg, dass man auf ein bewährtes Rezept setzt: Einen Reihen-Sechszylinder mit Turboaufladung, gepaart mit Hinterradantrieb. Eine für das Modell stilgebende und auf der Rennstrecke schnelle Kombination. Also genau die Richtige Grundlage für die GAZOORacing Abteilung, welche die Entwicklung übernahm, ein eigenständiges Sportcoupé zu schaffen. Denn die technische Basis teilt sich der Japaner mit dem BMW Z4. Eine sinnvolle Kooperation, schliesslich pflegt BMW seit Jahren die Weiterentwicklung des Konzepts Reihen-Sechszylinder mit Hinterradantrieb als Rezeptur für höchste Fahrfreude.


Erlebnisreiches Resultat
Heraus kam eine aufregende Fahrmaschine mit beeindruckenden Fakten:
Der Radstand ist satte zehn Zentimeter kürzer als bei einem Toyota GT86, und auch der Schwerpunkt liegt nochmals niedriger als beim kleineren Sportcoupé der Marke.
Die ideale Gewichtsverteilung von 50:50 zwischen Vorder- und Hinterachse, für einen fahraktiven Sportwagen quasi Ehrensache, ist ebenfalls gegeben. So bringt der neue Supra schon physikalisch beste Voraussetzungen mit, um auf kurvenreichen Strecken die propagierte Freude abzuliefern.
Mit einem Leergewicht von 1570 kg ist der bei Magna in Graz (A) gefertigte Japaner zwar kein Leichtgewicht, doch gepaart mit der Leistung von 340 PS und 500 Nm aus einem Twinscroll-Turbo-Motor mit drei Liter Hubraum wird der Supra der Modellgeneration A90 in 4,3 Sekunden auf 100 km/h katapultiert; die Höchstgeschwindigkeit ist auf 250 km/h elektronisch limitiert. Den Verbrauch gibt Toyota mit 7,4 l/100 km (NEDC) an. 


Elektronik trifft Mechanik
Unterstützt wird das Fahrerlebnis zusätzlich von einem aktiven Hinterachsdifferenzial. Das heisst, es können bis 100% der Kraft beim Beschleunigen oder Bremsen auf eines der Antriebsräder übertragen werden, um optimale Traktion zu gewährleisten. Durch diese Hilfe ist ein präzises Handling im Grenzbereich möglich. Untermalt wird dies durch die gekonnte Fahrwerksabstimmung, welche auch den Fahrkomfort nicht vernachlässigt; schliesslich ist der Supra traditionsgemäss nicht nur Sportwagen, sondern auch Reisefahrzeug. Das unterstreicht der hochwertige Innenraum, der sich insbesondere beim einfach zu bedienenden Navi stark an der technischen Basis von BMW orientiert – was alles andere als kritisch zu bewerten ist.
Ab Spätsommer dieses Jahres steht diese beeindruckende Fahrmaschine für ab 79 900 Franken bei den Händlern – inklusive Head-up-Display, Sportsitze, adaptives LED-Licht und Infotainment-System mit Apple CarPlay und Android Auto Integration. Damit ist der Supra natürlich kein günstiges Auto, aber mit Blick auf die (deutsche) Konkurrenz sicher ein faires Angebot.