Neuer 5er von BMW

Fünf Gründe für den Fünfer

BMW 540i (G30)

BMW 540i (G30)

Erste Probefahrt im neuen 5er von BMW, der Anfang 2017 auf die Strasse rollt.

Wer BMW sagt, meint den Fünfer; Umfragen zufolge ist die Business Limousine zumindest für 60 Prozent der Befragten der Inbegriff der Marke. Kaum verwunderlich, schliesslich setzten die Bayern seit 1972 rund acht Millionen Stück ab. Um weiterhin vorn mit dabei zu sein, wird die Erfolgs limousine, ein Kombi wird folgen, nun neu aufgelegt und kommt damit in die achte Generation. Und für die sprechen vor allem fünf Punkte.

Erstens: Das Design
Komplett neu und doch traditionell: Natürlich bewahrt sich der Neue die traditionelle Doppelniere an der Front. Nur, dass die Nieren im Verlauf der Zeit grösser wurden, um mehr Kühlluft zu fördern. Zudem ist die Niere inzwischen nicht mehr nur ein Kühlergrill, sondern ein funktionales Element. Je nach Fahrsituation werden die Luftschlitze geöffnet, um dem Motor mehr Luft zukommen zu lassen, oder geschlossen, um den Luftwiderstand zu verringern. So kommt der neue Fünfer auf einen Luftwiderstands-Beiwert von nur 0,22 – ein beachtlicher Wert, gemessen an der stattlichen Grösse des Wagens.

Als weiteres traditionelles Element gönnt BMW auch dem neuen Fünfer ein Gesicht mit vier Augen. Nur, dass diese inzwischen nicht mehr nur schwachen Halogenschein, sondern modernes LED-Licht verbreiten. Das Licht kann stellenweise ausblenden, sodass man immer mit Fernlicht fahren kann, ohne dabei andere zu blenden.

In der Nacht werden Fussgänger am Strassenrand mit einem Lichtkegel angeleuchtet, sodass diese besser sichtbar werden. Sehen und gesehen werden eben – denn den neuen Fünfer erkennt man weiterhin sofort als BMW: Die Front mit Doppelniere und vier Augen und der berühmte Hof meister-Knick an den hinteren Seitenscheiben.

Zweitens: Das Cockpit
Wie beim Äussern stand auch innen der grössere Bruder Pate. Das Cockpit wirkt wie aus einem Guss, sehr hochwertig verarbeitet und hüllt sich in feines Leder. Luxuriöser kann man kaum reisen. Die wuchtige Mittelkonsole und der grosse Armaturenträger drücken zwar ein wenig aufs Raumgefühl, dafür fühlt man sich im neuen Fünfer aber gut eingebettet und sicher aufgehoben. Die Sitzposition dürfte für Grossgewachsene ruhig noch einen Tick tiefer ausfallen; dafür fällt das Ein- und Aussteigen aber leicht – sofern man aus diesem Cockpit überhaupt wieder aussteigen möchte.

Drittens: Die digitale Welt
Natürlich geht auch am jüngsten Spross aus München der Trend zur Digitalisierung nicht spurlos vorbei. Sei es beim Fahren, wo die Limousine auf der Autobahn selbstständig die Spur halten kann, oder auf den Displays. Das Head-up-Display, das dem Fahrer fast alle relevanten Informationen in die Windschutzscheibe spiegeln kann, wurde im Vergleich zum Vorgänger um 70 Prozent vergrössert. Es liegt gut im Blickfeld, überzeugt mit hochauflösender Darstellung und kräftigen Farben. Während der Fahrt ist man damit kaum noch versucht, auf die Displays für Tacho oder Navi zu schielen. Die Bedienung erfolgt entweder über den bewährten und ausgereiften Drehknopf auf der Mittelkonsole, per Spracheingabe, per Touchscreen oder gar per Gesten, die man mit der Hand in die Luft malt, wenn man beispielsweise die Ansicht der grafisch sehr überzeugenden Rundumkamera verändern will und damit virtuell ums Auto fliegen kann.

Die 360-Grad-Ansicht kann man sich bei Bedarf auch auf dem Smartphone anzeigen lassen – immer und überall. Auch zeichnen die Kameras auf, wenn das Auto beispielsweise von einem anderen Auto im Parkhaus angerempelt wird. Der neue 5er kommuniziert aber nicht nur mit dem Handy seines Besitzers; die Autos können auch untereinander kommunizieren und sich beispielsweise vor Glatteis oder Unfällen warnen. In Zukunft werden weitere Automodelle diesem Beispiel folgen, sodass dieses Informationsnetz zuverlässiger wird.

Viertens: Die Antriebe
Für die erste Testfahrt stand der Neuling in zwei Varianten bereit. Als 530d mit Allradantrieb und als 540i mit Hinterradantrieb. In beiden Fällen arbeitet unter der Haube ein Reihensechszylinder mit drei Liter Hubraum und Turbolader. Der Diesel überzeugt nebst seinem bulligen Drehmoment von 620 Nm schon ab 2000 U/min und maximal 265 PS, vor allem mit seinen guten Manieren. Im Innern ist vom typischen Diesel-Geräusch nichts zu hören, fordert man dem Selbstzünder etwas mehr Leistung ab, gibt er kernige Klänge von sich. Der Motor läuft zudem sehr geschmeidig und vibrationsfrei und harmoniert perfekt mit der 8-Gang-Automatik. Für komfortorientierte Langstreckenfahrer dürfte dies die perfekte Wahl sein, denn der Antrieb hat sowohl Leistungsreserven als auch Sicherheitsreserven dank Allradantrieb. BMW nennt einen Normverbrauch von 5,0 bis 5,4 l/100 km.

Mindestens 6,5 l/100 km Benzin soll der 540i verbrauchen; verwöhnt dafür aber mit sportlichen Fahrleistungen (0–100 km/h in 5,0 Sekunden), kernigem Sechszylinder-Sound und sehr souveräner Leistungsentfaltung. Noch mehr Sport bietet dann der M550i mit 462 PS-V8, der später 2017 folgt.

Zudem folgt ein Plug-in-Hybrid mit 252 PS, 2,0 l/100 km Normverbrauch und rund 50 Kilometern elektrischer Reichweite und ein Spardiesel mit nur 3,9 l/100 km Verbrauch. Schon ab Marktstart sind der 520d (190 PS, ab 4,1 l/100 km) und der 530i (252 PS, ab 5,5 l/100 km) verfügbar.

Fünftens : Die Vielseitigkeit
Sämtlichen High-Tech-Massnahmen zum Trotz: Auch die achte Generation bleibt ein echter Fünfer und überzeugt vor allem mit Vielseitigkeit. Er bietet den Komfort, den man von einer gehobenen Business-Limousine erwartet, kann aber auch die sportliche Dynamik, die man sich von einem BMW erhofft, abliefern. Die Lenkung gibt sich sehr direkt und präzise; zusammen mit der guten Spurstabilität macht das den Fünfer nicht nur agil, sondern führt auch dazu, dass er sehr satt auf der Strasse liegt. Optional ist auch eine Aktiv-Lenkung für die Hinterachse zu haben, welche das Fahrgefühl nochmals verbessert. Im Vergleich zum Vorgänger wurde die Limousine um rund 100 Kilogramm leichter; möglich wurde dies durch den Einsatz von Aluminium und Magnesium. Das hilft schlussendlich mit, den Verbrauch zu reduzieren und die Fahrdynamik zu verbessern – und trägt somit dazu bei, dass auch in Zukunft der Fünfer gemeint ist, wenn man von einem BMW spricht.

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