Fahrberichte

Spassgerät oder Sammlerstück?

Mini John Cooper Works GP.

Mini John Cooper Works GP.

Der Mini John Cooper Works GP ist der stärkste Dreitürer-Mini aller Zeiten – und mit 52900 Franken auch der teuerste.

«Die Welt ist aus den Fugen», würde man dazu wohl in einem der bekanntesten Schweizer Radio-Hörspiele sagen: Ein Mini mit 306 PS. Ein Kleinwagen mit einer angegebenen Höchstgeschwindigkeit von 265 km/h. Ein Dreitürer für 52900 Franken, praktisch frei von jeglichem Nutzwert. Der Mini John Cooper Works GP ist ganz bewusst ein Auto, das niemand braucht – und auch nur 3000 Kunden (davon 100 in der Schweiz) bekommen werden.

Das limitierte Sondermodell macht mit grossen Lufteinlässen, massiven Radhausverbreiterungen aus Karbon und einem dicken Heckflügel auf sich aufmerksam. Nur Show für jene, die sich den limitierten Mini als Sammlerstück in die Garage stellen möchten, oder echte Rennwagentechnik für die Strasse, wie es sich Fans, die gelegentliche Ausflüge auf die Rennstrecke planen, wünschen?

Eine Frage, die sich auch nach der ersten Testfahrt nicht endgültig beantworten lässt – denn der «GP» ist genau zwischen diesen Extremen gefangen: Puristen würden sich einen radikaleren Innenraum mit echten Schalensitzen wünschen. Weniger Gewicht als die 1255 kg, die der Kleinwagen auf die Waage bringt (70 kg weniger als die Basis) und vermutlich auch ein manuelles Schaltgetriebe anstelle der 8-Gang-Automatik.

Für Fahrspass auf der Strasse dürfte der Winzling mit seinem brettharten Fahrwerk, der Vorderachs-Differenzialsperre und den sportlichen Semislick-Reifen allerdings für viele schon zu radikal sein.

Für Mini-Fans ist der neueste Hardcore-Mini aber dennoch ein Volltreffer: Er fühlt sich so kompakt an, wie es ein Mini soll, bietet auf trockener Fahrbahn viel Grip und lässt sich spielerisch leicht schnell bewegen; vorzugsweise auf abgesperrter Strecke. Denn sobald die Reifen auf Temperatur sind, bringt der Zwerg seine Kraft anstandslos auf den Asphalt und schaltet sich in Windeseile durch die Gänge. Da muss sich auch mancher Sportwagenfahrer anstrengen, will er nicht bloss den grossen Heckflügel des Kleinwagens sehen.

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