Ford

Immer noch fein

Ford Fiesta

Ford Fiesta

Der Name Fiesta ist fix mit dem Ford-Konzern verbunden. Seit 1976 verkauft man unter diesem Namen günstige Kompaktautos für alle, die einfach ein universelles Auto brauchen.

Der Fiesta war in den Anfängen alles andere als ein Beau, sondern einfach: praktisch. Im Laufe der Jahrzehnte hat der Wagen natürlich viele Anpassungen erfahren. Optisch wie technisch ist der aktuelle Fiesta (Debüt Januar 2013) gegenüber seinen Konkurrenten keineswegs altbacken. Wie bei vielen anderen Ford-Modellen auch haben auch kleine Motoren mit Turboaufladung (Downsizing) Einzug gehalten . Unser Testwagen verfügt über den mittlerweile erprobten 1,0  Liter grossen Benziner mit drei Zylindern und einer Maximalleistung von 100 PS.

Das reicht völlig aus, um sich von A nach B zu bewegen. Mehr noch, mit dem kleinen Dreizylinder im Bug ist der Fiesta richtig spritzig unterwegs. Dies auch, weil man es bei Ford schon immer verstand, richtig gute Fahrwerke zu bauen. Nicht bretthart, aber dennoch sportlich genug, dass man es auch mal etwas fliegen lassen kann. Dazu kommen alle aktuellen Sicherheits- und Assistenzsysteme wie ESP oder ein Kollisionswarner. Hinzu kommen die ordentliche Verarbeitung, die für einen Kleinwagen wirklich hervorragenden Sitze und das gute Platzangebot. Und, den Fiesta gibt es mit Automatik. Das ist in diesem Fahrzeugsegment keine Selbstverständlichkeit mehr.
Unser Testwagen war mit dem Ford-Doppelkupplungsgetriebe ausgestattet, das sich mittlerweile fährt wie eine konventionelle Wandlerautomatik. Die Schaltstrategie passt in nahezu jeder Situation. Will der Fahrer selber eingreifen, kann er dies über eine Art Schaltwippe am Gangwahlhebel tun. Die Anordnung finden wir nur suboptimal, aber da die Elektronik die Gangwechsel meist in Perfektion erledigt ist das ein vernachlässigbares Detail.

Weniger Freude hatten wir am kleinen Wischfeld der Scheibenwischer und am Verbrauch. 6,4 Liter zeigte unser Taschenrechner nach den ausführlichen Testfahrten an, das sind satte 1,1 Liter mehr als Ford verspricht. Klar, es hängt auch damit zusammen, dass man eine gewisse Fahrfreude verspürt, für ein Auto dieser Grösse ist der Verbrauch aber trotzdem – zu hoch. Es gibt natürlich auch noch ein paar andere Sachen, die uns nicht gefallen haben. Die ziemlich hohe Stufe zum Beispiel die entsteht, wenn man die Lehnen der Rücksitze abklappt. Oder dass man aufs grundierte Blech blickt, wenn man von vorne ins Gepäckabteil schaut.

Solche Kleinigkeiten wären mit wenig Aufwand zu verbessern, aber offenbar wartet man bei Ford lieber gleich auf den ganz neuen Fiesta, der rechtzeitig zum runden Geburtstag auf die Strasse kommen soll. Trotzdem wollen wir den Stab nicht über den Fiesta brechen. Für 22’190 Franken bekommt man einen flotten Fünftürer, der einem die Schaltarbeit abnimmt. Das Auto ist nicht perfekt, aber perfekt bedeutet ja meist auch langweilig, und das ist der kleine Ford ganz sicher nicht. Sondern einfach ein gut gemachtes Auto der Kompaktklasse mit hochanständigen Fahrleistungen, gutem Fahrwerk und ansprechender optischer Erscheinung. Und es wird nicht wenige Automobilisten in diesem Land geben, denen diese Eigenschaften schlicht und einfach genügen.

Meistgesehen

Artboard 1