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Corona-Krise trifft Schweizer Automarkt hart

Die Neuwagen-Immatrikulationen sind im Vergleich zum Vorjahr empfindlich eingebrochen.

Die Neuwagen-Immatrikulationen sind im Vergleich zum Vorjahr empfindlich eingebrochen.

Die Neuwagen-Immatrikualitonen brechen stark ein. Ein Ende ist noch nicht in Sicht.

Obwohl der Erwerb von Neuwagen und auch Probefahrten nach wie vor erlaubt sind, wie das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) bestätigt, sind die Neuwagen-Immatrikulationen der Länder Schweiz und Liechtenstein im Vergleich zum Vorjahr stark eingebrochen: Auf das gesamte erste Quartal gerechnet sind die Immatrikulationszahlen um 23,1 Prozent zurückgegangen. Im März 2020 waren es mit 17 556 Zulassungen fast 40 Prozent weniger als im Jahre 2019.

Christoph Wolnik, Mediensprecher auto-schweiz.

Christoph Wolnik, Mediensprecher auto-schweiz.

„Der Autokauf steht derzeit natürlich nicht zuoberst auf der Pendenzenliste von Frau und Herrn Schweizer“, erklärt auto-schweiz-Mediensprecher Christoph Wolnik. Auto-schweiz rechnet mit einem „faktischen Shutdown“ des Marktes in den kommenden Wochen. „Die wahre Wucht der ausbleibenden Bestellungen und Lieferungen wird erst im Laufe der nächsten Wochen und Monaten ersichtlich werden“, pophezeit Wolnik. Selbst bei sonst umsatzstarken Marken sind die Zulassungen empfindlich eingebrochen: Audi verzeichnet 50,9 Prozent weniger Neuimmatrikulationen, bei Mercedes und Audi beträgt der Rückgang jeweils 30 Prozent.

Hersteller stellen ihre Produktion um

Zusätzlich haben viele Automobilhersteller weltweit ihre Werke ganz oder zum grossen Teil geschlossen und satteln auf die Produktion von medizinischen Geräten um: Nach GM hat nun auch Ford angekündigt, zusammen mit General Electric (GE) Beatmungsgeräte herzustellen, und auch Volkswagen stellt mittlerweile Atemschutzmasken her. In Grossbritannien hat die Regierung dort tätige Hersteller wie Jaguar Land Rover und Honda ebenfalls dazu angehalten, medizinische Geräte herzustellen.

Auf den Automarkt kommen schwere Zeiten zu. Auch auf den durchschnittlichen Flotten-Co2-Ausstoss werde der Rückgang vermutlich keine positiven Auswirkungen haben, da die Zulassungen von Fahrzeugen mit externer Lademöglichkeit aufgrund der nachlassenden Nachfrage und der Lieferschwierigkeiten noch stärker zurückgehen werde als der Gesamtmarkt, so auto-schweiz. Hier hofft man bereits auf Zugeständnisse der Europäische Union, was den gesetzlich festgelegten Flottendurchschnitt und damit verbundene Strafzahlungen betrifft.

Staatliche Hilfe ist unumgänglich

Auch sonst ist die Automobilbranche auf staatliche Hilfe angewiesen, um die Krise ohne gravierende Schäden zu überstehen. „Wir hoffen sehr, dass die Unterstützungsmassnahmen des Bundes im Bereich der Kurzarbeit und der Überbrückungskredite ihre volle Wirkung entfalten und so das allerschlimmste vermieden werden kann“, bekräftigt Christoph Wolnik. Immerhin seien über 225'000 Schweizer Arbeitsplätze direkt oder indirekt von der Fahrzeugbranche abhängig. Welche Auswirkungen die Corona-Krise auf die gesamte Volkswirtschaft haben wird, ist noch nicht absehbar. Wichtig ist daher, dass wir alle gemeinsam daran arbeiten, die weitere Ausbreitung des Virus einzudämmen, sodass der Normalzustand sobald wie möglich wieder einkehren kann.

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