Citroën

Picasso der Dritte macht Familien glücklich

Citroen C4 Picasso

Citroen C4 Picasso

Mit dem neuesten Familien-Van wird behält Citroën nicht nur die Bezeichnung «Picasso» bei sondern setzt auch beim Konzept auf Bewährtes. Und das ist gut so.

Der PSA-Konzern, also die Brüderschaft aus Citroën und Peugeot, steckt in der Krise. Das Geschäft in Europa läuft: sagen wir mal bescheiden. Im Süden ist kein Geld da, im Norden mag man lieber Premiummarken und in Asien ist man eigentlich: niemand. Da sind Modelle wie der C4 Picasso, also klassische Familienautos zu günstigen Preise und pfiffigen Lösungen so etwas wie die Pulsader der Marke. Klar, all die schönen DS-Modelle die den französischen Chic verkörpern sollen, verkaufen sich nicht schlecht. Aber es sind keine Millionenseller wie ein Picasso, der seit Jahren zu den beliebtesten Familienvans auf dem Markt gehören.

Nun also das neuste Modell. Und für einmal darf man wirklich von einem komplett neuen Modell sprechen. Der C4 basiert auf einer komplett neuen Bodengruppe, welche nicht nur für die Erreichung maximaler Punktzahlen beim Crashtest sorgen soll. Sie ist vor allem sehr viel leichter als bisher. Dank der neuen Bodengruppe und zahllosen Detailverbesserungen soll der neue C4 satte 140 kg weniger wiegen als das Vorgängermodell. Mit dem kleinsten Motorisierung bringt der Franzose nun 1448 kg auf die Waage. Das ist wirklich wenig, denn klein ist der Picasso nicht. 433 cm lang und fast 183 cm breit ist der Fünfsitzer (der Grand Picasso mit sieben Sitzen wird bald folgen). So gesehen kann sich die Gewichtsreduktion sehen lassen. Mit der Diät und den nun Euro-VI-kompatiblen Motoren einher geht eine Verbrauchsreduktion. Wer sich mit 90 PS aus einem Vierzylinder-Diesel zufrieden geben mag, der fährt laut Werk im Schnitt mit genau vier Litern pro 100 Kilometer. Und das mit einem ausgewachsenen Minivan. Wir sind der den 156 PS leistenden Benziner gefahren und waren vom Verbrauch ebenfalls positiv überrascht. Gut über sieben Liter waren es bei den ersten Testfahrten. Angesichts der Fahrleistungen – der C4 ist mit diesem Motor wirklich sehr souverän unterwegs – ein feiner Wert. Neben dem Basis- und dem Top-Triebwerk stehen steht noch ein Diesel mit 115 PS und ein 120-PS-Benziner zur Wahl.

Citroen C4 Picasso Innenraum

Citroen C4 Picasso Innenraum


Viele Hersteller versuchen derzeit, aus ihren Minivans eine Art eierlegende Wollmilchsau zu machen. Will heissen, man möchte ihnen auch sportliche Gene einverleiben. Das Resultat ist selten zufriedenstellend. Zwar eine relativ unkomfortable Federung, aber dennoch auch nicht wirklich sportlich. Citroën geht hier konsequent einen anderen Weg. Der C4 Picasso ist eine Sänfte. Leise, auch auf üblen Strassen sehr bequem gefedert und dank riesiger Fensterflächen auch sehr übersichtlich. Und, natürlich ist der Innenraum sehr flexibel gestaltet. Die Lehne des Beifahrersitzes lässt sich abklappen, damit auch sehr langes Ladegut seinen Platz findet. Zudem lassen sich die drei Einzelsitze im Fond unabhängig voneinander plazieren. Das kennt man alles schon, Citroën setzt auch hier auf Bewährtes. Doch wie gesagt, Bewährtes muss nicht schlecht sein.

Ob sich allerdings die ausschliesslich auf zwei übereinanderliegende Bildschirme konzentrierte Instrumentierung bewährt, wird sich zeigen müssen. Die beiden hochauflösenden Screens sitzen in der Mitte, was wir nach wir vor als suboptimal erachten. Allerdings gewähnt man sich recht schnell an die vielen Anzeigen, die sich zudem mannigfach individualisieren lassen. Es ist wie so oft bei solchen Systemen. Einmal eingerichtet werden die meisten Fahrer es dabei bewenden lassen. Und am Schluss wohl nur etwa 30% der gebotenen Funktionen nutzen – und trotzdem zufrieden sein.

Wie bei Citroën üblich sind die Einstiegspreise enorm tief. Den C4 Picasso gibt es ab 26'500 Franken (90 PS, Diesel). Wer sich aber was gönnen will und den 156 PS leistenden Benziner in einer noblen Ausstattungslinie (mit Komfort-Massage-Beifahrersitz der an einen Lounge-Sessel mit Fuss-Stütze erinnert) bestellt, muss mindestens 36'600 Franken zum Händler tragen. Das ist für ein solches Auto nach wie vor nicht viel. Aber die Konkurrenz schläft nicht.

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