Renault

Von der schnellen Truppe

Renault Megane GT

Renault Megane GT

Der Mégane Grandtour GT 220 ist der schnellste Kombi der Franzosen - und dennoch voll alltagstauglich. Zudem auch preislich sehr interessant.

Für 37'750 Franken gibts beim Renault-Händler nicht nur einen geräumigen Fünfsitzer mit bis zu 1600 Liter Kofferraumvolumen. Es gibt auch 220 PS, ein maximales Drehmoment von 340 Nm und eine Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 7,6 Sekunden. Das sind Werte, die durchaus überzeugen - auf dem Papier und in der Praxis. Der Zweiliter-Motor stammt aus dem Mégane R.S., den wir vor einigen Monaten ebenfalls im Test hatten. Anders als der R.S. (mit 265 PS) ist der Mégane GT aber deutlich «konservativer» ausgelegt. Zwar ist das Fahrgefühl im Kombi ebenfalls sportlich, aber nicht so auf die Spitze getrieben wie im R.S. Das bedeutet, der Mégane GT federt deutlich komfortabler, ist nicht so laut und auch sparsamer als der ganz scharfe Bruder. Besondere Fortschritte hat man bei Renault in Sachen Lenkung gemacht. Mit gutem Feedback, relativ direkt übersetzt und vor allem mit hervorragender abgestimmter Unterstützung ist von der ehemals sehr teigigen Mégane-Lenkung nichts  mehr zu spüren. Auch das Fahrwerk ist, wie erwähnt, nicht ganz so rigide abgestimmt wie beim R.S., eine Komfortsänfte ist der GT aber dennoch nicht. Vor allem auf schlechten Autobahnabschnitten wird das Fahrerhaus zuweilen heftig erschüttert. Dafür gibt’s beim Kurvenfahren relativ wenig Seitenneigung. Und eben, das Auto ist für den täglichen Einsatz als schneller Familientransporter bestens gerüstet. Dies nicht nur wegen der grosszügigen Platzverhältnisse für die Passagiere. Tiefe Ladekante, flacher Laderaumboden und eine weit öffnende Heckklappe sind deutliche Pluspunkte für den Franzosen.

Innen ist der Mégane GT zudem gut gelungen. Ohne an den hochstehenden Materialmix und die Verarbeitung eine Audi heranzukommen hat der Renault trotzdem alles an Bord, was man im Autoleben so braucht. Dazu zählen Klimaautomatik, Lederlenkrad, Einparkhilfe hinten, das schlüssellose Zugangssystem und der Tempomat mit Geschwindigkeitsbegrenzer. Zusätzlich bietet der Mégane Grandtour GT 220 ein Bose-Soundsystem, das Navigationssystem TomTom 2.0 Live und die Einparkhilfe vorne. Nicht fehlen darf die durchnumerierte GT 220-Plakette und der Schaltknauf in Aluminiumoptik. Aber: es ist nicht schön, wenn man das Türfangband beim Schliessen der Türen deutlich vernehmbar rumpeln hört. Aber das sind Sachen, die man dem Mégane GT relativ rasch verzeiht. Nicht ganz verzeihen können wir dem Franzosen den Verbrauch. Natürlich animiert der bis zu 254 km/h schnelle Kombi zum engagierten Fahren. Aber den Normverbrauch von 7,3 L/100 km verfehlten wir sehr deutlich. Im Schnitt flossen 9,0 Liter pro 100 Kilometer durch die vier Einspritzdüsen des Turbomotors. Wer den Kombi richtig fliegen lässt, muss sogar mit 11,4 Litern rechnen. Nicht wenig für ein 1385 kg schweres und 456 cm langes Auto, auch wenn die Fahrleistungen beachtlich sind.

Zur IAA in Frankfurt vor einigen Wochen hat auch der GT – wie die anderen Mégane-Modelle ein aufgefrischtes Gesicht bekommen. Unverändert sind die durchaus guten Service- und Garantieleistungen geblieben. Allerdings ist man in diesem Bereich, mit einer Garantie von drei Jahren und 100'000 km gegenüber der asiatischen Konkurrenz etwas ins Hintertreffen geraten. Doch dies ist einer der ganz wenigen Makel, die dem Renault anhaften.

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