Basler Strafgericht

32-Jähriger wegen Vergewaltigung verurteilt

(Symbolbild)

Der Täter muss wegen Vergewaltigung ins Gefängnis und kassiert einen Landesverweis.

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Das Opfer wird vom Gericht als glaubwürdig eingestuft: Der Täter muss wegen Vergewaltigung ins Gefängnis und kassiert einen Landesverweis.

Wie von der Staatsanwaltschaft beantragt verurteilte das Basler Strafgericht den 32-jährigen Portugiesen zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren und drei Monaten. Das Opfer habe sich gar mit mehreren Aussagen selbst belastet und ansonsten in allen vier Befragungen stets glaubwürdig ausgesagt. Auch die frühere Verurteilung der Frau wegen einer falschen Anschuldigung ändere daran nichts, so das Gericht. Der 32-Jährige hatte zusammen mit einem 17-Jährigen im vergangenen Februar die Frau nach einer durchzechten Nacht im Eingang ihrer Wohnung an der Basler Elsässerstrasse vergewaltigt.

Der Mann hatte behauptet, dort einvernehmlichen Sex mit der 33-Jährigen gehabt zu haben, danach sei sie plötzlich auf den Boden gefallen und habe geschrien. Das sei lebensfremd und nicht nachvollziehbar, meinte der Gerichtspräsident. Auch die Reise der zwei Männer nach Portugal am Folgetag wertete das Gericht als Flucht.

Eigentlich wollte der Mann wegen Drohungen gegen seine Familie seine vier Kinder in die Schweiz holen und hier leben. Daraus wird wohl nichts: Das Gericht verhängte auch einen Landesverweis von acht Jahren. Immerhin gibt es bei ihm wie bei EU-Bürgern üblich keinen Eintrag im Schengensystem, somit wirkt sich die Fernhaltemassnahme lediglich auf das Gebiet der Schweiz aus. Er hatte früher in der Schweiz gearbeitet, lebte aber hauptsächlich in Portugal und zuletzt im Elsass. Das Gericht fand, damit könne er nicht von einer Härtefallregelung profitieren. Der 32-Jährige kann das Urteil noch ans Appellationsgericht weiterziehen.

Der Verurteilte muss der Frau eine Genugtuung von 12'000 Franken bezahlen. Das Gericht ging von einer schweren psychischen Beeinträchtigung bei der Frau wegen des Vorfalls aus. Die Opfervertreterin hatte eine Genugtuung von 22'000 Franken gefordert.

Nach der Urteilsverkündung meinte der 32-jährige, es sei ungerecht, dass er ins Gefängnis müsse und sein minderjähriger Mittäter noch immer frei herumlaufen dürfe. Gerichtspräsident Lucius Hagemann klärte ihn darüber auf, dass das gegen den heute 18-Jährigen hängige Verfahren nach Jugendstrafrecht anderen Regeln folge. Dabei erwähnte er auch, dass der 18-Jährige derzeit in Portugal lebt. Unter Zusicherung eines freien Geleits kam er am Dienstag nach Basel, um im Strafgericht als Auskunftsperson auszusagen. Dennoch werde die Jugendanwaltschaft das Verfahren gegen den zur Tatzeit Minderjährigen fortsetzen. Nach Schweizer Jugendstrafrecht droht auch ihm eine Gefängnisstrafe von bis zu vier Jahren. Möglich ist auch, dass die portugiesischen Behörden das Verfahren übernehmen.

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