Region Basel

Asylzentrum in Allschwil wird zur Krankenstation – Asylbewerber müssen umziehen

Drei Betreuer im Bundesasylzentrum Bässlergut in Basel sollen am Coronavirus erkrankt sein.

Drei Betreuer im Bundesasylzentrum Bässlergut in Basel sollen am Coronavirus erkrankt sein.

In der Schweiz sind laut Staatssekretariat für Migration weniger als 15 Asylsuchende am Coronavirus erkrankt. Der Bund trifft nun in der Region Basel Vorsichtsmassnahmen.

Im Bundesasylzentrum Bässlergut in Basel leben derzeit rund 200 Menschen. Sie warten darauf, dass sie im Falle eines positiven Erstentscheids in eine Gemeinde und damit in eine eigene Wohnung verteilt werden. Im Bässlergut schlafen sie teilweise zu zwölft in den Zimmern. Keine guten Voraussetzungen während der Coronakrise.

Wie das «Regionaljournal Basel» berichtete, sind bereits drei Betreuungspersonen im Bundesasylzentrum positiv auf das Coronavirus getestet worden. Zudem seien etliche Asylsuchende erkrankt. Die Infizierten lebten jedoch weiterhin in denselben Räumen wie alle anderen.

Ziel: «Andere Asylbewerber vor Ansteckung schützen»

Auf Anfrage der bz teilt das Staatssekretariat für Migration (SEM) mit, dass in diesen Tagen eine externe Krankenstation eingerichtet werde. Dafür muss das Bundesasylzentrum Atlas im Allschwiler Industriegebiet geräumt werden. «Derzeit befinden sich dort relativ wenige Asylsuchende. Diese Bewohner werden Anfang dieser Woche verschoben», sagt SEM-Sprecher Lukas Rieder. Sie seien nun in anderen Asylzentren in der Region Nordwestschweiz untergebracht.

Das Atlas-Zentrum wird anschliessend in eine Krankenstation für am Coronavirus erkrankten Asylsuchenden umgewandelt. Wie viele Personen in der Region Basel infiziert sind, teilt das SEM nicht mit. Schweizweit seien es weniger als 15 Asylsuchende. Rieder sagt: «Ziel dieser Massnahme ist es, andere Asylbewerber vor einer Ansteckung zu schützen. Infizierte bleiben in Allschwil in Quarantäne und verlassen das Zentrum während der Erkrankung nicht.»

Abgeriegelt: Essen vom Caterer, Besuch nur im Schutzanzug

Das Essen für die Bewohner werde durch einen Caterer geliefert. Zudem sind laut SEM Betreuer, Sicherheits- und Reinigungspersonal anwesend, «für die täglichen Bedürfnisse». Ebenfalls sichergestellt sei die ärztliche und medizinisch-pflegerische Betreuung der Erkrankten.

Das Bundesasylzentrum Atlas wird von der Aussenwelt fast komplett abgeriegelt. Laut Rieder vom SEM ist der Zugang zu den Asylsuchenden nur über eine Zugangsschleuse möglich, die dafür eingebaut wurde. Besucher müssten zudem einen Schutzanzug tragen.

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