Ausbreitung

Auf in den Kampf, Insektenjäger! Die Tigermücke nistet sich jetzt inmitten der Stadt Basel ein

Die Asiatische Tigermücke breitet sich in Basel weiter aus.

Die Asiatische Tigermücke breitet sich in Basel weiter aus.

Jetzt sind Larven der Tigermücke auch im Neubadquartier aufgetaucht. Die Behörden appellieren an Bevölkerung.

Beim Rheinhafen und in der Nähe des französischen Autobahnzolls haben sich im vergangenen Jahr vermehrt Tigermücken niedergelassen. Aber nach Muttenz und Reinach sind inzwischen auch im Basler Neubadquartier Larven gefunden worden. Nun teilen das Basler Gesundheitsdepartement sowie die Baselbieter Bau- und Umweltschutzdirektion in einer gemeinsamen Erklärung mit, dass bei der Bekämpfung des Schädlings die Bevölkerung mitanpacken soll.

Lästig, aber bislang eher ungefährlich

Die Tigermücke sei ein lästiges Insekt, das am Tag aktiv ist und vorwiegend in Siedlungsräumen brütet, heisst es in der Mitteilung der Basler Kantone. Mit ihren Stichen kann sie Krankheiten übertragen. Das sei in der Schweiz aber noch nie vorgekommen. Denn wo es keine, beispielsweise an Malaria, erkrankten Wirte gebe, könnten auch keine Erreger übertragen werden. Gleichzeitig müsse eine ho- he Dichte einer Mückenpopulation vorhanden sein. Das Übertragungsrisiko wird folglich als minim eingeschätzt.
Nichtsdestotrotz haben Baselland und Basel-Stadt im öffentlichen Raum Massnahmen ergriffen, um der Tigermücke Einhalt zu gebieten. Private können die Bemühungen unterstützen, indem sie zum Beispiel auf Untersetzer von Pflanzentöpfen verzichten oder diese einmal pro Woche leeren. Denn Tigermücken legen ihre Eier in kleine Gefässe mit stehendem Wasser. Auch Regentonnen, Giesskannen oder Eimer könnten daher zur Brutstätte werden und sollten abgedeckt oder ausgeleert werden. Vom Einsatz von Insektiziden indes raten die hiesigen Behörden ab.

Der erste Fund einer Tigermücke im Baselbiet geschah bereits 2015 in Arlesheim. Seither hat es vereinzelte Funde an der Autobahnraststätte Pratteln sowie einen in der Grün 80 gegeben. Neu an den jüngsten Fällen im Basler Neubad, in Reinach und Muttenz ist, dass Larven im Siedlungsgebiet nachgewiesen werden konnten. Wann und wie sich die Tigermücke in der Region ansiedeln wird, ist zurzeit unklar. «Die Ausbreitung ist vom Klima, dem Befolgen der Verhaltensanweisungen und den Anstrengungen der Behörden abhängig», sagt Gabriel Stebler vom Baselbieter Amt für Umweltschutz und Energie. In der Zwischenzeit gelte es, Tigermückenpopulationen zu verhindern.

Im Tessin hat sich die Tigermücke in den letzten Jahren

bereits stark ausgebreitet. Sie wurde dort erstmals 2003 nachgewiesen. Seither hat sie sich immer mehr gegen Norden ausgebreitet. So sind zum Beispiel schon in den Kantonen Zürich, Bern und Freiburg Tigermücken gesichtet worden.

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