Noch im Frühling dieses Jahres stand das Jurtezelt, in dem am Donnerstag in den frühen Morgenstunden eine schlafende Frau von einem Baum erschlagen wurde, an einer anderen, wenige Meter entfernten Stelle. Dies bestätigt Luzia Wigger Stein, Leiterin des Bau- und Gewerbeinspektorats Basel-Stadt, gegenüber der bz. Am 8. März sei den Besitzern ein ablehnender Bauentscheid mitgeteilt worden, weil die betroffene Parzelle laut Zonenplan maximal zu drei Prozent bebaut werden darf.

Ein Blick auf den Stadtplan zeigt: Das Jurtezelt stand seit mindestens 2008 auf dem Grundstück an der Wiesendamm-Promenade in Riehen, das den Industriellen Werken Basel (IWB) gehört. Beim Unfall befand sich das Zelt hingegen wenige Meter über der Grenze, wie die Staatsanwaltschaft Basel-Stadt am Donnerstag mitteilte.

Das Jurtezelt (Bildmitte) befand sich im März 2017 auf einem Grundstück der IWB noch auf der Schweizer Seite (die Grenze wird als gestrichelte Linie dargestellt).

Das Jurtezelt (Bildmitte) befand sich im März 2017 auf einem Grundstück der IWB noch auf der Schweizer Seite (die Grenze wird als gestrichelte Linie dargestellt).

«Im Laufe der Ermittlungen wurde festgestellt, dass sich das Jurtezelt auf deutschem Hoheitsgebiet befindet. Nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft Lörrach werde der Unfall trotzdem nach Schweizer Recht beurteilt, als hätte er sich gänzlich auf Schweizer Boden ereignet, sagt Kriminalkomissär Peter Gill. Die IWB konnten am Donnerstag noch keine Angaben zu ihrem Grundstück machen. Gemäss Wigger Stein gibt es in diesem Gebiet Grundstücke, die über die Grenze hinaus verlaufen.

Ein Augenschein vor Ort zeigt, dass sich in unmittelbarer Nähe des Unfallorts eine Ansammlung von Wohnwagen befindet, vergleichbar mit dem Wagenplatz auf dem ehemaligen Migrol-Areal im Basler Hafen. Gegenüber «20 Minuten» sagte der Präsident des Familiengartenvereins Weilmatten, dessen 64 Parzellen sich gleich neben dem Unfallort befinden, dass das Paar die Jurte schon über zehn Jahre besitze.

Offenbar schliefen die 61-jährige Frau und ihr Partner in der Nacht auf Donnerstag in ihrem im Stile mittelasiatischer Nomaden errichteten Zelt. Morgens um sechs Uhr entwurzelte der Sturm einen Baum, der direkt auf die Jurte fiel und diese zerdrückte. Gemäss Angaben der Staatsanwaltschaft konnte sich der nur leicht verletzte Mann aus dem Zelt befreien und die Rettungskräfte rufen. Für die Frau kam aber jede Hilfe zu spät.

Schäden auch im Baselbiet

Das Sturmtief Zubin erreichte am Donnerstag Spitzenwerte von 146 Kilometer pro Stunde. Auf der Chrischona wurden 120 km/h registriert und auch im Baselbiet, bei der Messstation Känerkinden, wurden Windgeschwindigkeiten von über 100 km/h gemessen. Die Baselbieter Polizei erhielt rund 25 Meldungen im Zusammenhang mit dem Sturm. So wurde bereits am Mittwochabend um 22.45 Uhr in Pfeffingen ein Baum entwurzelt, der auf ein fahrendes Auto viel. Der 50-jährige Fahrer blieb unverletzt.

Auch die BVB hatten mit dem heftigen Sturm zu kämpfen: In den frühen Morgenstunden waren die Tramlinien 15 und 16 aufs und vom Bruderholz wegen eines umgestürzten Baums in der Wolfschlucht blockiert. Am Flughafen Basel-Mülhausen wurden drei Flüge gestrichen und es kam zu Verspätungen.