Coronavirus

«Absagen wäre einfacher»: OK-Chef Carlo Conti über die Verschiebung des Jodlerfests in Basel

Für das Jodlerfest vom Juni hatten sich über zehntausend Aktive angekündigt.

Für das Jodlerfest vom Juni hatten sich über zehntausend Aktive angekündigt.

Das Eidgenössische Jodlerfest findet erst 2021 statt. OK-Präsident Carlo Conti nimmt im Interview Stellung.

Es hätte ein gigantisches Fest werden sollen, mit über zehntausend aktiven Jodlerinnen und Fahnenschwingern, Alphorntönen und Festwirtschaft für 150000 Besuchende. Doch spätestens mit dem Bundesratsentscheid diese Woche war klar: Das Eidgenössische Jodlerfest kann diesen Sommer nicht wie geplant stattfinden. Im Interview mit der «Schweiz am Wochenende» sagt OK-Präsident Carlo Conti, was es bedeutet, den Anlass um ein Jahr zu verschieben.

Herr Conti, was hat zum Entscheid geführt, das Jodlerfest um ein Jahr zu verschieben?

Carlo Conti: Wir haben bereits seit einiger Zeit gedacht, dass es verantwortungslos wäre, im Juni eine solche Veranstaltung durchzuführen. Wir haben uns deshalb darauf konzentriert, eine komplette Absage zu verhindern. Das wäre nicht einfacher gewesen, aber wir wollten das Fest durchführen. Auch, weil man sich ja in diesen Zeiten auf ein Fest freuen will. Vier Punkte standen im Vordergrund: Zuerst mussten wir das OK beibehalten. Dann bedurfte es einer engen Absprache mit dem Eidgenössischen Jodlerverband und den Unterverbänden: Diese mussten ihre Feste ebenfalls um ein Jahr ins 2022 verschieben. Zuletzt mussten wir mit den Behörden und Sponsoren Absprachen treffen. Es ist uns gelungen, alle von einem Verschieben zu überzeugen, sonst hätte es nicht geklappt.

Sie waren Basler Gesundheitsdirektor, als Sars ausbrach. Inwiefern spielte Ihre Erfahrung eine Rolle?

Es ist klar: So viele Gespräche führt man nicht innert zwei Tagen. Wir haben schon vor einem Monat Massnahmen eingeleitet und parallel zwei Szenarien ausgearbeitet. Ausschlaggebend war aber der Entscheid des Bundesrats.

Was bedeutet die Verschiebung für die Teilnehmenden?

Alle, die sich qualifiziert haben, dürfen auch nächstes Jahr teilnehmen.

Lassen sich die finanziellen Folgen bereits abschätzen?

Wir erwarten Mehrkosten, vor allem aufgrund von bereits getätigten Ausgaben, etwa für Gadgets oder das bereits gefertigte Festabzeichen. Wir erwarten Mehrkosten in einem tiefen sechsstelligen Bereich. Hierfür zählen wir auf die Hilfe von Bund und Kantonen.

Auch viele Cliquen und Vereine, die an der Festwirtschaft mitgearbeitet hätten, sind vom Ausfall betroffen.

Das ist uns bewusst. Selbstverständlich kommen alle, die jetzt dabei gewesen wären, im nächsten Jahr zum Zug.

Was geschieht nun mit bereits hergestellten Gadgets und Festabzeichen?

Die Leckerli werden wir wohl verschenken, die Gadgets vermutlich auch – aber ich bin mir nicht so sicher, ob sich überhaupt jemand gerne an das 2020 erinnern möchte.

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