Abstimmung
Allschwiler geben grünes Licht für 40-Meter-Haus im Bachgraben

Das Alba-Haus im Bachgrabengebiet darf 40 Meter hoch werden. Das Allschwiler Stimmvolk hat den Quartierplan Alba klar angenommen, mit 61 Prozent Ja-Stimmen-Anteil.

Benjamin Wieland
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Visualisierung des 40 Meter hohen Alba-Hauses im Allschwiler Bachgraben. Der Rohbau steht bereits, er ist jedoch erst 20 Meter hoch.

Visualisierung des 40 Meter hohen Alba-Hauses im Allschwiler Bachgraben. Der Rohbau steht bereits, er ist jedoch erst 20 Meter hoch.

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Das Bachgrabengebiet erhält einen markanten Eckbau. Das Allschwiler Stimmvolk genehmigte mit 60,7 Prozent Ja-Stimmen-Anteil den Quartierplan Alba. Damit kann an der Ecke Hegenheimermattweg-Lachenstrasse ein Geschäftsgebäude mit 40 Metern Höhe erstellt werden. Der Quartierplan war notwendig geworden, weil im Bachgraben laut Zonenplan lediglich 20 Meter hohe Bauten erlaubt sind.

Die Grünen Allschwil sowie die EVP-Ortspartei und der VCS beider Basel hatten das Referendum gegen den Quartierplan ergriffen. Zuvor war er vom Einwohnerrat klar angenommen worden. Auch beim jetzigen Urnengang empfahlen ausser den Grünen und der EVP alle Ortsparteien ein Ja.

«Freude herrscht!», kommentiert Gemeindepräsidentin Nicole Nüssli (FDP) das klare Verdikt gegenüber der bz. 3984 Stimmbürgerinnen und Stimmbürger (60,7 Prozent) unterstützten den Beschluss des Einwohnerrats, 2852 waren ­dagegen, das bei einer Stimmbeteiligung von 55,7 Prozent.

Grüne: «Leute sind besorgt wegen des Verkehrs»

Nüssli deutet das Votum als «deutliches Zeichen dafür, dass der Gemeinderat seine Hausaufgaben gemacht hat und Allschwil weiterentwickeln darf». Die Allschwiler Grünen werten den Ausgang des kommunalen Urnengangs als Achtungserfolg. Co-Präsident René Amstutz sagt, «ein beträchtlicher Teil der Allschwiler Bevölkerung» teile die Bedenken der Grünen:

«Die Leute sind wegen der Verkehrsproblematik besorgt.»

Man werde sich weiterhin für eine nachhaltige Entwicklung Allschwils einsetzen und Amstutz kündigt vielsagend weitere Urnengänge an: «Der Quartierplan Alba wird nicht der einzige bleiben, der zu Abstimmung kommt.»

Die Grünen argumentierten, im Bachgrabengebiet sei es nicht opportun, die erlaubte Gebäudehöhe zu verdoppeln, denn die Mehrnutzung würde zu zusätzlichen Autofahrten führen. Laut den Alba-Bauherren, den Architekten Jacques Herzog und Pierre de Meuron, führt die Mehrhöhe jedoch nicht automatisch zu mehr Autofahrten. Das sei möglich, indem die Parkplätze einer benachbarten Parzelle auf das Eckhaus transferiert worden seien. Zudem würden im Alba-Haus mehrere hundert gedeckte Veloabstellplätze und Garderoben erstellt. Herzog und de Meuron sind auch Investoren und Grundeigentümer des Alba-Hauses via die JP Bachgraben AG.

40-Meter-Grenze gilt wegen Flugverkehr

Das Alba-Haus, das bereits auf 20 Meter Höhe angewachsen ist, gehört zum 75000 Quadratmeter grossen Masterplan Baselink. Neben dem Alba-Haus darf im Bachgraben-Gebiet auch der Hauptsitz von Idorsia 40 Meter hoch werden. Wegen des nahen Euro-Airports ist jedoch bei dieser Höhe definitiv Schluss.

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