Grosser Rat
Basel-Stadt kompensiert Baselbieter Ausstieg aus Musikwerkstatt zum Teil

Basel-Stadt stopft das Loch in der Kasse der Musikwerkstatt, das mit dem Ausstieg des Baselbiets 2018 entsteht, fast vollständig. Der Grosse Rat hat am Donnerstag eine erhöhte Subvention für vier Jahre bewilligt. Eine bürgerliche Minderheit wollte für zwei Jahre einspringen.

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(Symbolbild)

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Nadine Schmid

Schon die vorberatende Bildungs- und Kulturkommission (BKK) war gespalten, wie lange der Stadtkanton 2018 bis 2021 seinen bisherigen Jahresbeitrag von 200'000 Franken wie von der Regierung beantragt um 130'000 Franken erhöhen soll. Eine BKK-Mehrheit war dafür, eine Minderheit wollte nur eine Übergangsfrist von zwei Jahren gewähren.

Baselland hatte die Streichung seiner bisher 150'000 Franken per 2018 im 2014 angekündigt. Das Geld aus Liestal an die Musikwerkstatt ist Teil der Baselbieter Kulturvertragspauschale, doch aus dieser sollen keine Gelder mehr an Bildungsangebote fliessen - unabhängig vom so genannten 80-Millionen-Deal der beiden Basel.

Verschieben statt Sparen

Deshalb verschiebt Baselland diese 150'000 Franken nun an Basler Kulturinstitutionen. Die Kulturvertragspauschale soll per 2021 von rund zehn auf fünf Millionen Franken halbiert werden. Auch damit hat das Auslaufen der Baselbieter Musikwerkstatt-Subvention jedoch nichts zu tun, wie Regierungspräsidentin Elisabeth Ackermann sagte.

Die Ratslinke zusammen mit der CVP sieht wie die Regierung in der Musikwerkstatt eine wichtige Ergänzung zu den etablierten musikalischen Bildungsanstalten wie die Musikakademie. Im Rat wurde mehrfach die Wichtigkeit des niederschwelligen Angebots betont; zudem biete die Musikwerkstatt auch Ausgefallenes wie Alphorn an.

Die Linke wies auf den Baselbieter Kundenanteil von 20 Prozent hin: Damit habe Baselland bisher eigentlich zuviel bezahlt. Diese 150'000 Franken würden nicht eingespart, sondern umverteilt. Liesse man die Baselbieter Gelder nach zwei Jahren auslaufen, wäre dies das Aus für die Musikwerkstatt, warnten die SP und eine freisinnige Abweichlerin.

Wartelisten-Frage

Nur für zwei Jahre Aufstocken votierte die LDP, da sich die Musikwerkstatt seit 2014 hätte vorbereiten können. Basel-Stadt solle nicht immer einspringen, wenn Baselland kneife, sagte die SVP. Ihr missfällt auch eine Bevorzugung der Musik gegenüber anderen Hobbies wie etwa Sport. Zudem sei eine integrative Funktion nicht bewiesen.

Uneins waren sich die beiden Lager auch über Ausweichmöglichkeiten. Die Linke verwies auf Wartelisten nicht nur bei der Musikwerkstatt, sondern auch der Musikakademie. Letztere biete nicht alles an, etwa Alphorn oder Djembé. Die Rechte sah durchaus Möglichkeiten für die Akademie, mehr Leute aufzunehmen; daneben gebe es private Angebote.

Nach einer Stunde Debatte entschied sich der Grosse Rat mit 54 gegen 33 Stimmen deutlich für die volle Subventionsperiode. Die dabei Unterlegenen zeigten danach Grösse: Die Subvention für die Musikwerkstatt wurde schliesslich ohne Gegenstimme bei fünf Enthaltungen beschlossen.

So fehlen der 1981 gegründeten Institution ab 2018 nur 20'000 Franken pro Jahr. Unter anderem senkt die Lehrerschaft darum die eigenen bereits nicht hohen Löhne, und die Kurskosten für Baselbieter Musikschüler werden erhöht.

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