Basler Bahnhof
Gähnende Leere auf der Passerelle und im Westflügel: SBB suchen neue Mieter

Vier Jahre wurde am neuen Westflügel im Basler Bahnhof SBB gebaut. Trotz neuer Läden stehen drei Flächen leer. Eine Firma hat derweil für ihre leere Filiale bereits eine Nachfolgelösung gefunden.

Ali Ahmeti 3 Kommentare
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Der Westflügel weist noch leere Flächen auf.

Der Westflügel weist noch leere Flächen auf.

Juri Junkov

Täglich finden sich Pendlerinnen, Touristen und Reisende am Bahnhof SBB in Basel. Für diese müssen Einkaufs-, Ess-, Nasch- und Trinkmöglichkeiten gewährt sein. Doch diese sind begrenzt, denn es stehen Flächen leer. Oben bei der Passerelle, wo die Buchhandlung Orell Füssli vor ihrem Umzug residierte, sieht man hinter den Glaswänden einen leeren Raum. Gegenüber gab es den Fast-Food-Laden Leon, der mit dem Slogan «Naturally fast food» warb. Dieser schloss aufgrund der Folgen von der Coronapandemie im November 2020. Der Besitzer, die Autogrill Schweiz AG, entschied sich aber für ein neues Konzept.

Etabliertes Thai-Kitchen-Konzept kommt nach Basel

Die Firma Autogrill Schweiz AG zeigt, dass die leeren Flächen durch einen Wechsel neu definiert werden können. Gegenüber der alten Filiale von Orell Füssli, wo einst der Fast-Food-Laden «Leon» stand, kommt nun «TUK - Thai Urban Kitchen». Frank von Arx, Sprecher von Autogrill Schweiz AG, sagt dazu: «Es ist eine eigene Autogrill-Marke aus der Schweiz, jedoch mit authentischer Thai Street Kitchen.» Weitere «TUK»-Filialen gibt es jeweils an den Flughäfen in Genf und Zürich sowie am Bahnhof in Luzern.

Am Bahnhof SBB kann man im «TUK - Thai Urban Kitchen» schon bald thailändisch essen.

Am Bahnhof SBB kann man im «TUK - Thai Urban Kitchen» schon bald thailändisch essen.

Aimee Baumgartner

Zur Schliessung des «Leon» sagt von Arx: «Durch die Coronakrise sind die Kundenfrequenzen am Bahnhof Basel stark zurückgegangen.» Der Brexit habe zudem für Lieferengpässe zwischen England und der Schweiz gesorgt. Deshalb entschied sich Autogrill, den Raum auf der Passerelle mit einem angesagteren Konzept zu bespielen.

Weitere Entwicklungsschritte im Westflügel

Doch nicht alle leere Flächen werden neu besetzt. Die alte Filiale von Orell Füssli auf der Passerelle steht aktuell leer und das wird sich bis etwa Mitte November nicht ändern. Martin Meier, Sprecher der SBB, begründet: «Die ehemalige Fläche von Orell Füssli steht wegen Rückbaus leer.» Im neuen Westflügel fand der Getränkeladen «Drinks of the World» seinen neuen Platz. Auch für Orell Füssli geht es dort weiter.

Auf die Frage, was mit den leeren Flächen in der Zukunft passiert, antwortet Meier: «Ziel der SBB ist ein Angebotsmix, der optimal auf die Bedürfnisse der Reisenden und lokalen Bevölkerung zugeschnitten ist. Die SBB achten darauf, dass dieser Mix vielfältig ausfällt und sich neben etablierten Grössen auch lokale Betriebe an guter Frequenzlage präsentieren können. Die Suche nach einem Nachmieter läuft.»

SBB adaptieren ihr Angebot stets, die Schalter bleiben leer

Zudem nähere sich, durch die Lockerungsschritte vom Sommer 2021, das «Mobilitäts- und Einkaufsverhalten langsam wieder dem Vor-Covid-Niveau an», sagt Meier und weiter:

«Eine genaue Bilanz ist aber noch nicht möglich und hängt auch vom weiteren Verlauf der Pandemie ab.»

Zudem betreiben die SBB gemäss Meier aktives Monitoring. Damit versucht man, «veränderte Rahmenbedingungen, neue Kundenbedürfnisse und Trends frühzeitig zu antizipieren», sagt SBB-Sprecher Meier. Aus dieser Arbeit sollen sich mögliche neue Angebote entwickeln, die einen möglichst angenehmen Aufenthalt im Bahnhof ermöglichen sollen. «Seien es Pop-up-Konzepte, die den Kundinnen und Kunden wechselnde Angebote bieten und andernorts schon erfolgreich erprobt sind, oder Kooperationen mit innovativen lokalen Kleinbetrieben, die ihre Konzepte an guter Frequenzlage präsentieren können», so Meier weiter.

Für die Schalter in der Eingangshalle sei keine Nachfolgenutzung vorgesehen. «Der Umbau des Westflügels hat die Provisorien in der Schalterhalle nötig gemacht», so Meier. Doch die Benutzung der Provisorien ist Ende Juni 2021 obsolet geworden, als der Westflügel eröffnet wurde.

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Hans Peter Heusser

Ich wollte es wissen und machte mich suf die Socken im MIGROS BASEL SBB einzukaufen. Im Gegensatz zum altem MIGROS habe ich folgendes bemerkt: Eingang bei den Blumen und der Gourmessa im Bereich der Rolltreppe ist das Ganze besser strukturiert und bei meinem Besuch fast gänzlich ohne Kundschaft. Alles wirkt durchgestyöt aber kalt. Kein Ambiente wie in so viele neuen Migrosfilialen. Nun suche ich den MIGROS MARKT und sehd NICHTS!!! Ich muss erst ums Eck und die Treppe hinunter kn die Katakomben. Nichts einladendes und die Rolltreppe total am falschen Ort, total falsch geplannt, denn wenige nehmen den Eingang in der Passage. Den Einkauf machte ich mit Argwohn und wurde genau auch so bestätigt. Strukturell ungenügend und mit der nötigen Kälte wurde ich fündig. Vielleicht braucht der Laden auch die Kritik, die ich hoffentlich auch gewinnbringend äusser konnte.

Thomas Zweidler

Der "Elsässer-Bahnhof" - heute "Westflügel" genannt, ist leerer als leer. Die Orell-Füssli-Buchhandlung läuft schlecht, seit sie von der Passerelle weggezogen ist. Wer verirrt sich durch die leeren Gänge wenn er nicht gerade nach Mulhouse oder St. Louis mit dem SNCF-Regionalzug muss. Der attraktive Bahnhof gibt es nur in der Werbung. Und in den Ladenmietzinsen. Wieviel zahlen die Läden der SBB wohl monatlich: 10000 Fr, 20000 Fr - da macht keiner auf die Dauer lange mit.

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