Basler Fasnacht 2022
Rinderwahn, Affentheater und Djokowitziges: Die Themen fehlen den Schnitzelbänklern nicht

Bezüglich Themenvielfalt musste dieses Jahr niemand in Verlegenheit geraten. Unvermeidlich ist auch die Pandemie dabei.

Stefan Schuppli
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Schnitzelbängg im Theater Basel.
8 Bilder
Gasladärne.
Dr Spitzbueb.
S Dinte Limple.
Drey Daags Fliege.

Schnitzelbängg im Theater Basel.

Juri Junkov

Wir wissen es alle, es ist unvermeidlich: Das Thema Covid ist auch im Schnitzelbankgeschäft pandemisch. Logisch. Es ist facettenreich, nicht frei von kritischen Momenten, Absurditäten und teilweise abstrusen Reaktionen von sonst vielleicht eher stillen Mitbürgerinnen und Mitbürgern. Plötzlich lernen wir das griechische Alphabet. Der Buchstaben G bekommt neue Bedeutung. Jeder Depp weiss jetzt, was ein QR-Code ist. Und wir haben gelernt: Abstand halten ist sehr wichtig. Wohlan denn!

Der Bäffzgi von der Verainigty Schnitzelbängg Gsellschaft (VSG):

Mi Maa nimmt s gnau mit em Abstand yyhalte
aber är ibertrybts mänggmol – mi Alte
vor Allem wenn är zem Byyspiil uff s Hyysli goot
und bim brinzle e Meter fuffzig vor dr Schissle stoot.

Eine wunderbare Zielscheibe sind die glockenschwingenden Urschweizer, die sich gezwungen sehen, die Schweiz zu retten. Danke, Trychler!

Der Landschäftler Heiri (Schnitzelbank-Comité, SC) läuft auch hier zu Hochform auf:

S Veterinääramt het mr gschriibe,
y sell my drvoor hiete,
myni schööne, groosse Glogge
de Freihäitstryychler z vermiete.
Sy häige uusegfunde, drum syg s wichtig,
dass me mahn:
Uf de Glooge häigi s noch em Tryychle
Spuure vo Rinderwahn.

D Brunzguttere (SC) rezykliert elegant einen Vorjahresvers:

D Frau Meier drüllt im Gundeli
e Rundeli mit em Hundeli.
Hütt het sy ihrem Hundeli
e Glogge umebundeli ...
So duet s Hundeli im Gundeli
sy Rächt uff Freihäit kundeli.

Die Dootebainli (SC) haben Empfehlungen bereit:

Corona git s nid, und falls doch,
denn nimm im Fall
eHampfle Globuli,
und sitz näb zwai Grischdall.
Daas rainigt d Aura,
kaa vor beese Wälle schitze
Nur geg di Dummhait
duet das Zyyg halt gaar nyt nitze.

Covid und Sport: Ein Tennis-Ass hat sich in Australien in die Nesseln gesetzt. Und ist damit eines der beliebtesten Themen der Bänggler. Hier eine Auswahlsendung – Danke, Djoky! D Dreydaagesfliege (SC):

Wenn d mainsch du haigsch und sygsch dr Grööscht
und schlicht dr blutti Waan,
wenn d mainsch du sygsch e Sunne
in der aigne Umlaufbaan,
wenn d mainsch du bruuchsch kai Aastand
und vo Regle hesch kai Schimmer,
jä denne gseesch z Auschtralie
beschtefalls e Hotelzimmer.

Drey Daags Fliege.

Drey Daags Fliege.

Juri Junkov

D Emigrante, Basler Schnitzelbangg Gsellschaft (BSG):

Hii und häär mit ganz viil Drugg,
är schloot uff – und sie schlöön zrugg.
Bi däm Spiel, es isch «No Wonder»
goht dr Djokovic «Down Under».

D Wanderratte (SC):

Zerscht isch är vonere wilde Horde
ane Holzkryz gnaaglet worde,
drufaabe hän sy däm arme Gnoche
no die hailigy Lanze in Ranze gstoche,
denn hett er sy Doornekrone abzooge,
und isch beleidigt heim uff Serbie gflooge.

Da haben wir es hierzulande mit unserem flotten Federer schon besser. Nur etwas sollte er nicht tun… D Gasladärne (SC) findet:

E sone Tenniskarriere die isch toll. Do frogt der Roger
was är noochhär mache soll.
Was Du au mache willsch, es wird Dir sicher glinge.
Aber syg so guet, verschoon ys mit em Singe!

Gasladärne.

Gasladärne.

Juri Junkov

Die Wanderratte wagt einen Vorschlag:

Will mir jedesmool wenn dr Roger singt,
e Blombe uss dr Schnuure springt,
my Hund verzwyflet um s Lääbe ringt
und dr Hamschter sich im Rad umbringt,
han y dänggt, me kennt doch dä Globi jetze,
im Baselbiet geegene Wolf ysetze.

Danke, Ratte, Danke RF! Wenn wir schon bei den lieben Tierlein sind: Die Primatenintiative gab zu Spekulationen Anlass. Schnabsbagge (VSG):

Ych bi jetzt neu kantonale Primate-Beuffdraite – ouh,
hän die Freud im Zolli,
ych tritt fir d Rächt vo däne Tierli yy
und ha d’Verantwortig – die volli!
Jetzt hett dr Grossi Root zuesätzlich –
ych ha s geschter de Affe verzellt,
mir au no grad d BVB-Verwaltig unterstellt.

Babberlababb (BSG):

Ich dörf jo wyter an de Tierli umeschniide
Dr Mensch isch wichtiger, das Tier, das muess halt liide
Doch uff em Seziertisch seit mir s Säuli plötzlich: «Au!»
Y frog mi langsam, wer vo uns zwei isch jetzt d Sau.

D Laggaffe (BSG):

Bi uns im Affehuus, gohts ruppig zue und här,
e Affegschei, s fliegt Kot und s isch vulgär,
nach de Grundrecht, duet nur no s Stimmrecht fähle,
und s würde au die Affe dr Eric Weber wähle.

Aff sei Dank! – Eine weitere Polit-Volte vom ­Blageeri (VSG):

Fyr d Affe im Zolli bruchts schintz Menscherächt
Mir wisse nitt isch das guet oder schlächt
Aigentligg sette si die Rächt bikoo
Im Roothuss hogge Esel und die hänn si schoo.

Ihr Genderlein kommet. Neben den Tierlein, lieb und bös, waren auch die Menschen ein Thema. Aber welche? Babberlababb (BSG):

Jä, guete Obe, liebi Schwoobe und Schwöbinne
Liebi Schwizer usse und au Schwizerinne
Ob häll, ob dunggel, ob vo do oder vom Usland
Do gits kei Gränze! Und falls doch, denn nur für Russland
Alli Schwule, Lesbe und Transgenderinne
Die gaaaaaaanz normale und au alli wo bitz spinne
Mir begriesse ganz korräggt all die Erwähnte
Nur hämmer leider so kei Zyt me für e Pointe.