Süsse Versuchung
Bei diesem Kebab gibt es Haselnüsse, M&M's und Kokosraspeln als Beilage

Ab Samstag bekommen Naschkatzen in Basel ein neues Stammlokal: das Choco-Kebab-Geschäft. Anstatt Brot gibt es einen Teig, der nach Wahl mit Sirup, Schlagrahm, Nüssen und Schokoladenraspeln gefüllt wird.

Claire Micallef
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Ein Choco Kebab in Entstehung: Ertunc Akyol schabt die Schokoladenraspeln vom Schokoladen-Nugat Block ab.

Ein Choco Kebab in Entstehung: Ertunc Akyol schabt die Schokoladenraspeln vom Schokoladen-Nugat Block ab.

Claire Micallef

Viele Details erinnern im kleinen Geschäft an der Gerbergasse 87, das am Samstag Eröffnung feiert, an einen Kebabladen. Doch wo der Kunde normalerweise Salat und Tomaten erwartet, befindet sich eine Auswahl an süssen Versuchungen. Verschiedene Siruptoppings, M&M’s, Haselnüsse, Kokosraspel und Schokoladenstreusel reihen sich hinter der Glasscheibe aneinander. Auch das Fleisch sucht der hungrige Kunde vergebens: Am Spiess dreht ein Block aus einer Nuss-Nugat Schokoladenmischung um seine eigene Achse.

«Ein solcher Spiess wiegt 10 Kilogramm», sagt Deniz Katranbayiri, Geschäftsführer von Choco Kebab. Zusammen mit seinem Bruder und dessen Freund Ertunc Akyol hat er bei der Firma Techfood das Rennen um das Recht an Choco Kebab in der Schweiz gemacht. «Wir sind das erste Choco-Kebab-Geschäft der Schweiz.» Niemand dürfe hier ohne ihre Zustimmung einen solchen Laden eröffnen. «Das Ganze ist relativ neu», sagt Katranbayiri. Bis jetzt können Chocoholics die süsse Versuchung in 13 Ländern kaufen. Eines dieser Länder ist Deutschland. Dort haben die drei Unternehmer zum ersten Mal den Kebab für Naschkatzen gesehen. «Die meisten bieten den Choco Kebab als Nebenprodukt an.» Sie dagegen wollen damit eine Marke aufbauen – wie es Mc Donald’s eine ist.

Kebab mit Glacé versüssen

Das Geschäftsmodell sei so aufgebaut, dass der Kunde wie bei einem gewöhnlichen Kebabladen sein Essen als Take-away holt. Diejenigen, die potenzielle Schokoladenflecken auf ihren Mänteln vermeiden wollen, können im ersten Stock in Ruhe schlemmen. Die Wände sind dort, wie auch im Eingangsbereich, in zwei verschiedenen Brauntönen gestrichen. Schwarze Barhocker reihen sich entlang länglicher Tische aneinander. «Wir haben es hier absichtlich nicht allzu gemütlich eingerichtet.» Es werde ja auch kein Fünf-Gang-Menü serviert, sagt Katranbayiri. Dieser Teil sei vor allem für Kunden gedacht, die sich für ein Choco Kebab Deluxe entscheiden. Dabei werde das Ganze noch ein Stück mehr versüsst und mit einer Kugel Mövenpick Glacé serviert. «Unsere Philosophie ist, dass wir nur mit Premium Partnern wie Mövenpick arbeiten.» Diese seien von ihrem Konzept begeistert gewesen. «Unser Standort beim Barfüsserplatz hat ihnen natürlich auch gefallen.»

Die erste Reaktion auf den Choco Kebab sei bei den meisten ein verwirrtes Stirnrunzeln gewesen. «Auch ich habe zuerst nicht gewusst, was ich mir darunter vorstellen soll.» Fest steht: Leute, die nicht besonders auf Süsses abfahren, sind in diesem Geschäft fehl am Platz. Schon der Teig, der einem Crêpeteig ähnelt, ist süss. Gefüllt wird er mit einem Sirup nach Wahl, Schlagrahm, nach belieben kommen noch Haselnüsse, Kokosraspeln, Früchte oder Mandelsplitter hinzu. «Wer Schoggi pur will, kann noch Schokoladen-Croquant oder M&M’s drüberstreuen.» Das grosse Finale bilden dann die Schokoladenraspeln, die vom Block abgeschabt werden. Wer den Choco Kebab also geniessen will, ohne winterliches Hüftgold zu riskieren, der sollte am Abend vielleicht noch eine Extrarunde Sport einplanen.