Food Truck
Bei diesen Burgern kann McDonald's nicht mithalten

Zwei Jungunternehmer wollen mit ihrem Street Food-Truck die Mägen der Region erobern. Die beiden erhielten bereits prominente Unterstützung von Fernseh-Koch Daniel Bumann.

Nils Hänggi
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Bojan Hofmann (links) und Manuel Eberle vor ihrem Food Truck «Meat & Greet». Foto: Kenneth Nars

Bojan Hofmann (links) und Manuel Eberle vor ihrem Food Truck «Meat & Greet». Foto: Kenneth Nars

Kenneth Nars

«Letztens habe ich mir einen Burger im McDonald’s gekauft. Ich habe ihn zerlegt, wollte ihn mit unserem vergleichen. Nun weiss ich, warum mir unser Burger besser gefällt.» Der 25-jährige Manuel Eberle lacht, als er dies erzählt – und das nicht ohne Grund. Er und der 26-jährige Bojan Hofmann nennen seit letztem Herbst einen Food Truck ihr Eigen. Mit «Meat & Greet» stehen sie jeden Wochentag an einem anderen Standort in der Region Basel und versorgen die Hungrigen mit Burger.

Sie sind Teil einer noch jungen Szene in der Schweiz, der Street-Food-Szene. Hofmann sagt: «Es gibt viele Imbissbuden. Die sind auf das Billige und Schnelle ausgelegt.» Das sei der Unterschied zu Street Food. Dieser sei zwar auch schnell, aber qualitativ besser und aus regionalen Zutaten.

«Wir wollten was wagen»

Begonnen hat es 2010. Hofmann und Eberle lernten sich bei der Luftwaffe kennen und waren sich sofort sympathisch. Den beiden aus der Region stammenden Mechanikern – Poly- und Flugzeugmechaniker – war schnell klar, dass sie was Eigenes auf die Beine stellen wollen.

«Nach dem Militär wollten wir nicht mehr in denselben Arbeitstrott verfallen. Wir wollten was wagen, wir hatten Bock auf was Geiles», sagt Eberle. Bei einem Grillfest kam ihnen schliesslich die Idee eines Food Trucks. Der
Aescher Bojan Hofmann kennt das Prinzip des Food Trucks und das damit verbundene Street Food aus Amerika. «In Los Angeles ist Street Food omnipräsent. Schon in kleinen Seitengassen stehen zehn, fünfzehn Food Trucks. Jeder mit einem anderen kulinarischen Angebot», sagt er. Das habe ihn begeistert.

Was aber ist dieses «Strassenessen»? Street Food kennt man, neben den USA, vor allem aus Asien. Mobile Essstände, die in Städten wie New York, Bangkok oder Tokio ihre Spezialitäten auf der Strasse frisch zubereiten und verkaufen, sind heute fast nicht mehr wegzudenken. In der Schweiz ist Street Food jedoch noch weniger präsent – ein Umstand, den Eberle und Hofmann ändern wollen. Letzten Sommer wurde es ernst. Sie gründeten eine eigene Firma, opferten ihr Erspartes und suchten per Crowdfunding Geld.

Durch Bumann zum Erfolg

«Am Anfang war jede Kleinigkeit ein Problem», sagt Manuel Eberle. Allein ein passendes Auto zu finden, sei eine Herausforderung gewesen. Nach langem Suchen wurden sie bei der Deutschen Post fündig. Ein ausgedienter, gelber Sprinter wurde in Eigenarbeit zu einem Food Truck umgebaut. Für die beiden Mechaniker die passende und kostengünstige Lösung. Ein weiteres Problem war das Suchen nach einem Standplatz. Das sei schwieriger gewesen, als von ihnen angenommen, sagt Hofmann. Eine Hilfe hierfür war Starkoch Daniel Bumann, der mit seiner TV-Sendung auf 3 + «Bumann, der Restauranttester» im vergangenen Herbst beim Start-Unternehmen vorbeischaute. Der Fernsehsender kam auf sie zu, die TV-Macher wollten im Gegensatz zu sonst ein Start-up-Unternehmen unterstützen. Gestern Abend lief die Folge im Fernsehen. Eberle erzählt: «Bumann ist ein absoluter Experte. Vor allem hinter der Kamera konnte er uns wertvolle Tipps geben.»

Seit dem Dreh mit Bumann hat sich vieles getan. «Meat & Greet» wechselten die Metzgerei, die Abläufe wurden weiter optimiert, und auch das Standplatzproblem hat sich erledigt. Montags steht der Truck in Aesch, dienstags in Arlesheim, ab nächster Woche mittwochs auf dem Aeschenplatz, donnerstags auf dem Barfi und am Freitag jeweils in Riehen. Das Geschäft läuft: Jeden Mittag verkauft das Duo etwa 50 Burger.

Daneben sind sie Bei Street-Food-Festivals in der Schweiz aktiv und bieten einen Cateringdienst an. Für Eberle liegt der Grund des Erfolgs in der Qualität ihrer Produkte: «Unsere Burger sind keine Kommerzprodukte. Sie leben von ihrer Qualität und der Frische.»

Hype oder Konstante?

Die beiden Jungunternehmer planen, in Zukunft zu expandieren und andere Leute zu unterstützen, die in die Food-Truck-Szene einsteigen wollen. Je grösser die Street-Food-Szene in der Schweiz werde, umso besser, so Manuel Eberle. «Wir wollen Street Food etablieren. Die Frage ist bloss, ob es in der Schweiz nur ein Hype wird oder eine Konstante.» Sie hofften natürlich auf Letzteres.

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