Nationale Vorlagen
Beide Basel im Takt mit der restlichen Schweiz

Ergebnisse beider Basel unterscheiden sich für einmal wenig von der übrigen Schweiz – auch bei 1:12. Etwas differenzierter als bei 1:12 präsentiert sich das Bild bei der Familieninitiative.

Hans-Martin Jermann
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Ergebnisse beider Basel unterscheiden sich für einmal wenig von der übrigen Schweiz – auch bei 1:12. (Symbolbild, Archiv)

Ergebnisse beider Basel unterscheiden sich für einmal wenig von der übrigen Schweiz – auch bei 1:12. (Symbolbild, Archiv)

Keystone

Die 1:12-Initiative der Juso blieb am gestrigen Abstimmungssonntag auch in beiden Basel ohne Chance. Besonders deutlich fiel das Resultat im Kanton Baselland aus: Mit 31,5 Prozent lag der Anteil der Ja-Stimmen hier noch unter dem Schweizer Durchschnitt von 34,7 Prozent. In Basel-Stadt konnten sich 40,9 Prozent der Stimmenden für eine Deckelung der Managerlöhne erwärmen - aus Sicht der Initianten zumindest das beste Resultat der Deutschschweiz. Erhofft hatten sie sich aus dem «roten Basel» wohl ein besseres Resultat. In der Stadt selber resultierte mit 42,7 Prozent ein leicht höherer Ja-Anteil; die bürgerlich geprägte Landgemeinde Riehen lehnte mit 29,2 Prozent Ja 1:12 indes sehr deutlich ab.

Auch im Baselbiet wurde aus keiner einzigen Gemeinde ein Ja zu 1:12 gemeldet; noch am höchsten war die Zustimmung in kleinen Gemeinden im Oberbaselbiet und Laufental wie Wittinsburg oder Roggenburg (jeweils 45 8%). Wuchtig verworfen wurde 1:12 im Bezirk Arlesheim, am stärksten in Pfeffingen (19,4 % Ja-Stimmen) und Biel-Benken (19,6 %). Generell fiel die Zustimmung zu 1:12 im ländlicheren Oberbaselbiet und Laufental höher aus als im urban geprägten Bezirk Arlesheim.

Familieninitiative: Gemeinden mit Ja

Etwas differenzierter als bei 1:12 präsentiert sich das Bild bei der Familieninitiative: Basel-Stadt verwarf das von der SVP lancierte Begehren mit einem Ja-Anteil von 34,3 Prozent sehr deutlich und in einem ähnlichen Verhältnis wie die Westschweizer Kantone Waadt und Genf. Im Baselbiet blieb die Zustimmung mit 40,7 Prozent ungefähr im Schweizer Durchschnitt (41,5 %). Im Gegensatz zur 1:12-Initiative meldeten bei der Familien-Initiative allerdings einige Baselbieter Gemeinden ein Ja, so etwa Liesberg, Nenzlingen, Hemmiken, Wittinsburg und Bretzwil. Zudem hätte es mit dem Laufental (48,2 % Ja) beinahe ein zustimmendes Ergebnis auf Bezirksebene gegeben.

Ernüchtert wird insbesondere die Baselbieter Regierung das Ergebnis in ihrem Kanton zur Vignetten-Vorlage zur Kenntnis genommen haben: Obwohl die Regierung im Vorfeld energisch für die Erhöhung des Vignettenpreises plädierte, umso den Bund beim Ausbau von Baselbieter Strassen in die Pflicht nehmen zu können, sagte im Landkanton nur eine der 86 Gemeinden Ja: Arlesheim mit 50,7 Prozent. Mit einem Ja-Anteil von 48,4 Prozent lieferte Basel-Stadt aus Sicht der Befürworter das zweitbeste Resultat sämtlicher Schweizer Kantone (nach Neuenburg).