Zuschauerlimite

Beim Floss gilt: «S’het Platz solang s’het»

Mehr als 1000 Zuschauerinnen und Zuschauer dürfen es nicht sein.

Mehr als 1000 Zuschauerinnen und Zuschauer dürfen es nicht sein.

Morgen legt das auf September verschobene Kulturfloss los: Die unentgeltlichen Konzertabende fokussieren heuer (fast) ganz auf Schweizer Kost.

Kulturfloss-Kapitän Tino Krattiger wollte trotz Pandemie unbedingt an seinem Musikfestival «Im Fluss» festhalten. Auch, weil den Baslerinnen und Baslern aufgrund von Covid aktuell nur wenig Kultur geboten werde. Durch die Verschiebung vom August in den September sah sich Booker Gaetano Florio jedoch gezwungen, die 16 Konzertabende neu zu programmieren – jetzt mit Schwerpunkt Schweizer Musik.

Der neu maskenpflichtige Event führt dadurch zu einem Wiedersehen mit vielen alten Bekannten wie den auf ihr 50-jähriges Jubiläum zusteuernden Berner Mundart-Rockern Span («Louenesee») oder Chansonnier Michael von der Heide, dessen Plattendebüt mittlerweile auch schon 24 Jahre zurückliegt. Ihm gebührt die Ehre, den zum 21. Mal stattfindenden Konzertreigen am Rheinbord zu eröffnen, für den pro Abend neu maximal 1000 Zuschauerinnen und Zuschauer zugelassen sind.

Von der Heide, der 2010 die Schweiz am Eurovision Song Contest vertrat, dürfte ein ganz anderes Publikumssegment ansprechen als der für den Folgetag angekündigte DJ Antoine: Der Baselbieter, der im Mai das Coronavirus in einem Interview als «Medienhype» abgetan hatte, wird bei seinem Auftritt wohl weniger auf virologische Thesen als darauf fokussieren, die Anwesenden mit leicht verdaulichen Beats und Erfolgsnummern wie «Ma Chérie» zum Mitwippen zu bringen.

Zu den «Im Fluss»-Protagonisten mit Basler Bezug gehören in diesem Jahr nebst Popsängerin Anna Rossinelli, Soul-Apologetin Nicole Bernegger und dem früheren TV-Mann Christoph «Baum» Baumgartner auch das für feinsinnige Melodien stehende Musikkollektiv We Invented Paris. Dieses steht kurz vor seiner Abschiedstournee. Wer die Formation um Flavian Graber nochmals live erleben möchte, sollte sich also den 14. September vormerken.

Geschmeidige Stimme, elegante Beats

Während sich der Thuner Philipp Fankhauser und die Luzernerin Caroline Chevin dem betont klassischen Blues- respektive Soulschaffen verschrieben haben, verkörpert Naomi Lareine den musikalischen Aufbruch: Die in Zürich lebende Künstlerin mit senegalesischen, mauretanischen und Schweizer Wurzeln war bis zu ihrem 19. Lebensjahr als Fussballerin für die Grasshoppers und sogar für die U19-Nati im Einsatz. Dank geschmeidiger Stimme und ihrem Flair für elegante Beats wird Lareine mittlerweile vor allem für ihren kreativen R’n’B geschätzt.

Abgerundet wird das auch stilistisch vielfältige Programm durch die dynamische Rap-Formation Error 404 und die mittlerweile in Deutschland wohnende US-Chanteuse Marla Glen, die es Mitte der 1990er-Jahre mit ihrem verrauchten Mix aus Soul, Blues und Jazz in die Hitparaden schaffte. Nicht vergessen: Weil die Zuschauerzahl limitiert ist, heisst es heuer, sich möglichst frühzeitig in Richtung Mittlere Brücke aufzumachen. Denn bezüglich freie Plätze gilt die Devise: S’het solang s’het.

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