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Sommergewitter hinterlässt Spuren in beiden Basel

Ein Unwetter wütete am Mittwochabend in Basel – samt heftigem Regen, Sturmböen um die 100 Kilometer pro Stunde und Hagelkörnern mit bis zu drei Zentimetern Durchmesser.

Zara Zatti und Rahel Zimmermann
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Im Bottminger Bädli liess der Sturm die Bäume seine Wucht ebenfalls spüren.
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Das Bad musste am Donnerstag geschlossen bleiben, weil so viele Äste und abgebrochene Bäume auf die Liegeflächen gestürzt waren.
In den Schwimmbecken sammeln sich die abgerissenen Blätter.
In der Bäumlihofstrasse sind Baumrettungsarbeiten im Gange.
Ein Arbeiter der Stadtgärtnerei in hoch oben in den Baumkronen.
In der St. Jakob-Strasse krachte ein Baum auf eine Bank.
Ein riesiger Hagelball kam in Binningen vom Himmel. Das hätte definitiv gefährlich werden können.
In Oberwil flutete der starke Regenguss die ganze Strasse.
Auch in Bottmingen konnte das Wasser so schnell nicht abfliessen.
Beim Stadion St. Jakob riss der Sturm gar die Gleisbarrieren auseinander.
Diese waren danach recht viel kürzer.
Auch die Lange Erle hat der Sturm erwischt. Am Donnerstagmorgen bleibt der Park geschlossen.
Dieses Velo wurde vor der Markthalle umgewindet, wie so viele.
Auch für die Stühle war der Wind zu stark.
Einige konnten sich noch in die Trockenheit retten.
Einzelnen Autofahrenden war das Unwetter zu ungeheuer, weshalb sie zwischenzeitlich auf dem Trottoir anhielten.
Ast gegen Baum vor der Kaserne Basel.
Auch dieser Baum in der Gempenstrasse im Gundeli konnte dem Sturm nicht standhalten.
Ebenfalls in der Gempenstrasse: Dieser Ast hat das E-Trotti fast getroffen.
Düstere Stimmung herrschte am Rheinbord.
Im Gundeli kämpfen die Menschen mit Wassermassen, welche die Hauszufahrten geflutet haben.
Die Hagelkörner hatten einen Durchmesser von bis zu 3 Zentimetern.
Die Hagelkörner hatten einen Durchmesser von bis zu 3 Zentimetern.
Auch das Verweilen in der Gartenbeiz war schon gemütlicher.
Gewitterstimmung in Basel.
Ob hier ein Blitz eingeschlagen hat?
Grosse und kleine Teile der Bäume liegen auf dem Trottoir verteilt.
Auch der massive Zeitungsständer wurde umgewindet.

Im Bottminger Bädli liess der Sturm die Bäume seine Wucht ebenfalls spüren.

zvg

Die heftigen Gewitter, die am Mittwochabend in der Region Basel wüteten, hinterliessen ihre Spuren. Die Polizei und Feuerwehr standen im Dauereinsatz, Bäume wurden umgerissen, Strassen überflutet, Gebäude beschädigt.

Bei der Kantonspolizei Basel-Stadt gingen am Mittwochabend innert 90 Minuten 300 Anrufe ein, woraus sich 55 Einsätze ergaben. Die Berufsfeuerwehr der Rettung Basel-Stadt musste bis 21.30 Uhr 92-mal ausrücken. Diverse Bäume knickten um und versperrten Strassen, Trottoirs und Velowege. Auch mobile Toilettenanlagen wurden vom Wind davon getragen. Zudem wurde das Hirschgehege des Basler Schwarzparks durch einen abgebrochenen Baum beschädigt. Nach Angaben der Kantonspolizei Basel-Stadt kam durch das Unwetter niemand zu Schaden.

Bäume entwurzelt

In Basel-Stadt wurden einzelne Bäume entwurzelt, mehrere Äste brachen ab. Im Schwarzpark wurden ganze Kronenteile von Bäumen aus dem vorletzten Jahrhundert abgerissen. Wie das Bau- und Verkehrsdepartement mitteilte, könne es sein, dass einzelne Bäume auf den ersten Blick unsichtbare Schäden davongetragen haben, von denen sie sich nicht mehr erholen würden. Deshalb könne es dazu kommen, dass solche im kommenden Winter gefällt werden müssten.

Der Tierpark Lange Erlen musste am Donnerstag wegen Aufräumarbeiten sogar schliessen. Tiere seien nicht zu Schaden gekommen, sagte Geschäftsführerin Claudia Baumgartner. Aber zwei Zäune des Rothirsch- und Wisentgeheges wurden durch herabgefallene Äste oder Baumstämme stark beschädigt.

Gebäudeschäden bis zu 3 Millionen Franken

Bei den Basler Verkehrsbetrieben kam es zu mehreren Unterbrüchen. In der Wolfsschlucht fiel ein Baum auf der Fahrleitung, weshalb der Trambetrieb rund zwei Stunden unterbrochen war. Auch beim Aeschenplatz und beim Bahnhof SBB lagen Äste auf der Strecke, was zu Umleitungen führte.

Bei der Gebäudeversicherung Basel-Stadt sind schon am frühen Donnerstagmorgen erste Meldungen eingetroffen. Die Gebäudeversicherung sprach auf Anfrage von 600 bis 700 Schäden. «Wir rechnen mit einem Schaden von 2,5 bis 3 Millionen Franken», sagt Markus Hufschmid von der Gebäudeversicherung.

Auch in Baselland wütet das Gewitter

Wie bei der Kantonspolizei Basel-Stadt läutete das Telefon der Baselbieter Polizei am Mittwochabend etliche Male. Die Baselbieter Polizei schreibt in einer Medienmitteilung, dass 150 Notrufe eingegangen seien – 73 Meldungen wegen umgestürzter Bäume, 41 Meldungen aufgrund von gefluteten Kellern und 20 wegen abgedeckter Dächer. Dreimal stürzte ein Baugerüst ein. Die Bezirke Laufen und Arlesheim seien besonders betroffen gewesen. Die Ereignisdienste standen mehrere Stunden im Dauereinsatz.

Die Baselbieter Polizei schreibt weiter: «Die durch das Gewitter verursachten materiellen Schäden können derzeit noch nicht beziffert werden.» Ausserdem warnen sie die Bevölkerung vorerst vor Spaziergängen im Wald in den betroffenen Gebieten.

Trambetrieb unterbrochen

Auch die Feuerwehr Therwil musste mehrmals ausrücken. Sie hatte am Mittwochabend innerhalb vier Stunden 28 Einsätze. Bei den Einsätzen handelte es sich vor allem um Sturm- oder Wasserschäden: Äste oder ganze Bäume auf Fahrzeugen, ein Trampolin, das auf die Strasse geweht wurde, oder geflutete Keller. Bäche mussten geputzt und freigemacht werden. Dennoch lief das Wasser an manchen Stellen über. So stand etwa in Therwil die Unterführung der Ringstrasse und der Bahnhofstrasse unter Wasser.

Die Wassermengen in Therwil beeinflussten aber die Tramlinie 10 nicht. Fredi Schödler, stellvertretender Direktor der Baselland Transport AG (BLT), sagt: «Es gab einen Streckenunterbruch bei der Tramlinie 11. Grund dafür war ein abgebrochener Ast.» Ausserdem seien Büsse zerkratzt worden. Trotz des Wetteralarms konnte wenig von vornherein getan werden. Schödler: «Als Vorkehrung haben wir zusätzliches Personal bei der Leitstelle aufgeboten.» Über die Schadensumme kann Schödler noch keine Auskunft geben.

Gartenbad Bottmingen geschlossen

Das Unwetter legte nicht nur die Tramlinien lahm, sondern sorgte auch für Schliessungen. Das Gartenbad in Bottmingen beispielsweise vorerst schliessen. Denn die Aufenthalts- und Schwimmbereiche sind durch Äste oder Blätter stark verschmutzt, ein Baum wurde entwurzelt. Gemäss Auskunft der Gemeinde wisse man bei vielen Ästen nicht, ob sie noch sicher sind. Die Aufräumarbeiten werden so schnell als möglich beendet. Im Einsatz stehen Mitarbeitende des Gartenbades, aber auch Freiwillige. Das Gartenbad hofft auf eine Öffnung am Samstag.