Abgesagt

Bundesfeiern in Zeiten von Corona: Basel-Stadt sagt ab, das Baselbiet plant

In diesem Jahr nicht: Die Bundesfeier auf dem Bruderholz fällt ins Wasser.

In diesem Jahr nicht: Die Bundesfeier auf dem Bruderholz fällt ins Wasser.

Der Bundesrat sprach ein Machtwort: Bis zum 31. August dürfen in der Schweiz keine Veranstaltungen mit über 1000 Besuchern stattfinden. Von dieser Massnahme betroffen sind in der Region Basel auch die Bundesfeiern. Während die grossen Feiern in der Stadt ins Wasser fallen, können viele Baselbieter Gemeinden ihre kleineren Feiern planen.

Mit seinen rund 100000 Teilnehmenden überschreitet die Bundesfeier am Rhein die erlaubte Anzahl Personen bei weitem. «Mit dem Entscheid des Bundesrates kann auch keine Bundesfeier am Rhein stattfinden», stellt Sabine Horvath, Leiterin der Abteilung Aussenbeziehungen und Standortmarketing beim Kanton Basel-Stadt, klar. «Wir bedauern die Absage sehr, sind aber auch froh, dass endlich Gewissheit herrscht», sagt sie. Es sei schwierig vorstellbar gewesen, die derzeit geltenden Hygienevorschriften bei einer solch grossen Besucherzahl einhalten zu können.

2021 soll die Feier dafür umso kreativer werden

Neben der Bundesfeier am Rhein mit Feuerwerk am 31. Juli, geht am 1. August traditionell auf dem Bruderholz die gediegenere Offizielle Basler Bundesfeier über die Bühne. Zwar sind an dieser deutlich weniger Besucher anzutreffen als am Tag zuvor am Rhein. Es sind dennoch zu viele, um die Feier durchführen zu können. Auf ihrer Homepage teilen die Organisatoren mit: «Leider, leider, Corona hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht: keine Massenveranstaltungen bis Ende August, und damit auch keine Bundesfeier.» Aufgrund der Absage werde man sich bemühen, «die Bundesfeier 2021 umso feierlicher, umso kreativer, umso nachhaltiger zu gestalten».

Auch die Gemeinde Riehen müsse ihr Fest absagen, überlege sich jedoch alternative Möglichkeiten, um den Nationalfeiertag begehen zu können, schreibt das Präsidialdepartement des Kantons Basel-Stadt in einer Mitteilung. Der Kanton Basel-Stadt stelle ebenfalls Überlegungen an, wie der Nationalfeiertag am 1. August begangen werden könne.

In Sissach und in Röschenz treibt man Planungen voran

Können die Städter ihre Bundesfeiern nicht besuchen, besteht für sie die Möglichkeit, aufs Land auszuweichen. Im Baselbiet existieren nur wenige Feiern, an denen mehr als 1000 Personen anwesend sind. «Bei uns nehmen am 1. August rund 400 Menschen an der Bundesfeier teil», sagt der Sissacher Gemeindepräsident Peter Buser. «Da in den Sommerferien wohl mehr Personen zu Hause bleiben als sonst, könnte die Besucherzahl noch ein wenig zunehmen.» Er könne sich gut vorstellen, dass das Bedürfnis vieler, sich an einer solchen Feier wieder einmal zu sehen, gross sei. Für Buser ist klar: «Wenn es gelingt, die angeordneten Massnahmen umzusetzen, werden wir die Bundesfeier durchführen.» Er hoffe, dass dies möglich sei.

Ähnlich wie im Oberbaselbiet klingt es im Laufental. Remo Oser, Gemeindepräsident von Röschenz, sagt: «Laut aktuellem Wissensstand gehen wir davon aus, dass wir eine Bundesfeier durchführen können.» Bewegten sich die Besucherzahlen im Rahmen der Vorjahre, könne die Feier mit gebührend Vorkehrungen entsprechend den Vorschriften des Bundesrates stattfinden. Die Vorbereitungen seien angelaufen.

Anders sieht es in der grössten Baselbieter Gemeinde Allschwil aus. An der dortigen Bundesfeier nehmen mehr als 1000 Personen teil. Ein Entscheid sei noch nicht gefallen, so Gemeindepräsidentin Nicole Nüssli-Kaiser. «Wir befinden uns als Gemeinderat in einer schwierigen Situation.» Grundsätzlich müsse man sich aber schon fragen, ob ein solcher Anlass überhaupt Spass mache, wenn bloss vier Personen an einem Tisch sitzen können.

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