Corona
Forderung nach Zertifikatspflicht bei Vorlesungen – Uni Basel winkt ab

Ex-Taksforce-Mitglied Dominique de Quervain will Präsenzvorlesungen nur, wenn alle Studierenden geimpft oder getestet sind. «Das sei nicht praktikabel», so die Uni. Sie will den Dozenten aber die Wahl lassen.

Jonas Hoskyn
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Studierende und Mitarbeitende erhielten eine Schutzmaske aus Stoff.

Studierende und Mitarbeitende erhielten eine Schutzmaske aus Stoff.

Archivbild: Kenneth Nars

Das Statement von Neurowissenschaftler Dominique de Quervain sorgt landesweit für Diskussionen. Er werde vorläufig keine Präsenzvorlesungen halten, so der Professor an der Universität Basel, der bis im April in der Corona-Taskforce des Bundes sass.

Solange ungeimpfte und ungetestete Studierende in Hörsäälen zugelassen sind, werde er seine Vorlesungen online anbieten, kündigte de Quervain auf der Plattform Twitter an. Und weiter: «Der Bund erlaubt Vorlesungen mit 500 und mehr Studierenden in schlecht belüfteten Hörsälen, ohne Covid-Zertifikat, ohne Abstandsregel und bloss mit Textilmaske ausgerüstet.» Mehrere Professoren unterstützen seine Forderungen.

Die Universität Basel will allerdings von einer Zertifikatspflicht nichts wissen:

«Als öffentlich-rechtliche Institution sind wir verpflichtet, unser Angebot allen Studierenden zugänglich zu machen – unabhängig davon, ob sie geimpft sind oder nicht»,

sagt Sprecher Matthias Geering. Eine Zertifikatspflicht würde bedeuten, dass Ungeimpfte sich mehrfach wöchentlich testen müssten. «Das ist nicht praktikabel.» Die Dozierenden der Universität Basel könnten aber entscheiden, ob sie ihre Vorlesung weiterhin online anbieten möchten. «Die überwiegende Zahl der Professorinnen und Professoren möchten den Studierenden möglichst viel Präsenzunterricht ermöglichen», sagt Geering.

Gleichzeitig wirbt der Uni-Sprecher für die Impfung: «Die Universität Basel wird in den nächsten Wochen den Studierenden nahelegen, sich impfen zu lassen. Sie stützt sich dabei auf die Expertinnen und Experten des Universitätsspitals Basel, die vor den Folgen einer Erkrankung warnen und eine Impfung auch für diese Altersgruppe (20- bis 30-Jährige) dringend.»

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