Schifffahrt
Der Rhein ist sicher, doch Havarien gab es in den letzten Jahren immer wieder

Gekentert, kollidiert, gesunken – Unfälle auf dem Rhein gehören zum Geschäft. Ein Rückblick auf das letzte Jahrhundert zeigt: Basel erlebte schon einige Havarien. Einige davon gingen glimpflich aus, einige nicht.

Nicolas Drechsler
Drucken
Das englische Schiff «Britannia» lag 2007 beschädigt am Kleinbasler Rheinufer. Das Hotelschiff stiess gegen einen Pfeiler der Dreirosenbrücke. Dabei wurden die Deckaufbauten abgerissen.

Das englische Schiff «Britannia» lag 2007 beschädigt am Kleinbasler Rheinufer. Das Hotelschiff stiess gegen einen Pfeiler der Dreirosenbrücke. Dabei wurden die Deckaufbauten abgerissen.

Keystone

Unglücke auf dem Rhein ziehen sich durch die gesamte Geschichte der Stadt Basel. Seit Beginn der Aufzeichnungen wurde der Rhein nachweislich für Transport und Fischerei genutzt, und so ereigneten sich auch immer wieder Tragödien.

Doch auch nach dem Ausbau und der Eröffnung des Rheins für die moderne Schifffahrt zu Anfang des vergangenen Jahrhunderts liessen die ersten Havarien der modernen Grossschifffahrt nicht lange auf sich warten.

  • Bereits 1904 zerschellte ein Kahn an einem Frühlingsabend an einem Pfeiler der Wettsteinbrücke, dabei fanden drei Menschen den Tod.Im Juni desselben Jahres sank bei der Hüninger Schiffsbrücke ein weiterer Leichter mit 230 Tonnen Asphalt an Bord. Die drei Insassen kamen ums Leben.
  • Bei Reparaturarbeiten an derselben Brücke sank 1919 ein Arbeitskahn. Dabei ertranken fünf Menschen.
  • In der Erinnerung der meisten Baslerinnen und Basler dürfte vor allem eine Schiffshavarie noch präsent sein. Jene des Schubleichters «Corona» vor 30 Jahren. Das Schiff hatte sich vom Schubverband losgerissen. Es drehte sich, trieb ab und blieb quer vor den Jochen der mittleren Brücke hängen. Es dauerte Wochen, bis die «Corona» geborgen werden konnte.
  • Ein ähnliches Unglück, das etwas glimpflicher ausging ereignete sich 2002, als der Frachter «Piz Rosegg» steuerlos den Rhein hinuntertrieb und nur unter Hilfe von drei Schubschiffen gestoppt werden konnte.
  • Im gleichen Jahr ging ein weiteres Unglück glimpflich aus, das böse hätte enden können: An der Bundesfeier verlor ein alkoholisierter Bootsfahrer die Kontrolle über sein 14 Meter langes Boot und konnte in letzter Sekunde vom Polizeiboot abgedrängt werden. Sonst wäre er mit seinem Boot und seiner Familie, die an Bord war, in ein Güterschiff geprallt.
  • Bereits 2001 war bei einem Schubleichter das Ruder ausgefallen. Er hatte sich dadurch quer zur Strömung gestellt und das am Ufer vertäute Feuerlöschboot gerammt. Der Schaden ging in die Millionen.
  • 2007 blieb es nicht bei Sachschäden: Sieben Passagiere eines Hotel-Schiffs wurden verletzt. Die «Britannia» hatte einen Defekt an der Steuerung und rammte einen Pfeiler der Dreirosenbrücke. Vier Passagiere im Inneren des Schiffes wurden verletzt. Die Aufbauten des Schiffes wurden abgerissen.
  • Dass die Höhe der Brücken-Joche überschätzt wird, geschieht immer wieder: 2011 verlor auch das Tankschiff «Roma» seine Kommando-Brücke. Der 105 Meter lange Frachter rammte auf der Talfahrt die Mittlere Brücke. Grund war auch hier ein Motorschaden.
  • Das schwerste Unglück ereignete sich aber vor knapp zwei Jahren, am 31. August 2012. Damals starben zwei Menschen, die auf einem Messboot der Hamburger City-Universität mit Forschungsarbeiten beschäftigt waren. Ihr knapp 20 Meter langes Boot wurde von einem Frachtschiff gerammt und sank in weniger Minuten. Der Fall wird in den kommenden Monaten in Basel vor Gericht verhandelt.

Aktuelle Nachrichten