Corona-Sommer

Der Rhein zwischen Stress und Komfortzone: Dem Basler Rhylax-Team steht ein heisser Sommer bevor

Regierungsrat Baschi Dürr präsentiert mit seinen Mitarbeitern und Projektleiterin Michelle Bachmann die «#Rhylax»-Kampagne.

Regierungsrat Baschi Dürr präsentiert mit seinen Mitarbeitern und Projektleiterin Michelle Bachmann die «#Rhylax»-Kampagne.

Verkürzte Nachtruhe und mehr Musik auf Allmend trotz Corona: Ab heute gilt die neue Hausordnung für Basel.

Pünktlich zum Coronasommer tritt das revidierte Übertretungsstrafgesetz in Kraft. Sicherheitsdirektor Baschi Dürr, nennt es «die neue Hausordnung für Basel». Faktisch ist es eine entschlackte Version des alten Übertretungsstrafgesetzes von 1978 mit einigen neuen Regeln. Die Nachtruhe beispielsweise beginnt neu erst um 23 Uhr statt wie bisher um 22 Uhr. Ausserdem ist das Abspielen von Musik über kleine Lautsprecher künftig nicht mehr bewilligungspflichtig.

In einem Sommer wie diesem, in dem viele Baslerinnen und Basler die Ferien zuhause verbringen und die Clubs nur eine beschränkte Anzahl an Gästen zulassen können, treffen diese liberaleren Regeln auf ein sehr grosses Besucheraufkommen am Rheinufer. Dürr ruft deshalb zu besonderer Rücksichtnahme auf: «Das neue Übertretungsstrafgesetz tritt in einer sehr speziellen Zeit in Kraft.» Die neuen Regelungen seien kein Freipass für Partys. Unabhängig vom Zeitpunkt, sagt Dürr, sei er froh, dass «so ein Projekt auch mal zu einem Ende findet», und spielt damit auf den langen Prozess bis zum Inkrafttreten an.

Nachdem sich der Grosse Rat im Februar 2019 klar für die überarbeitete Version des Gesetzes ausgesprochen hatte, hatten sich einige Personen an den liberaleren Regeln gestört und brachten die Vorlage vors Volk. Mit 56 Prozent wurde das Übertretungsstrafgesetz dann im vergangenen November angenommen.

Abstandsregeln im Rhein nicht möglich

Die neue «Hausordnung» regelt allerdings nicht nur das Verhalten am Rheinufer sondern auch im Fluss. Ganz genau kann Renato Goldschmidt von der Rheinpolizei zwar nicht sagen, inwiefern die Regeln neu sind. Grundsätzlich sei aber festzuhalten: Alles, was aufblasbar ist, gehört nicht in den Rhein. Schwierig sei diese Regelung auf Schlauchboote anzuwenden, da diese eingelöst werden müssen, was aber je nach Modell nicht möglich ist. Goldschmidt empfiehlt daher dringend, vor dem Kauf abzuklären, ob mit dem Boot auf dem Rhein gefahren werden darf.

Auf die Frage, wie die Corona-Abstandsregeln beim Schwimmen im Rhein eingehalten werden sollen, reagiert Renato Goldschmidt mit Schulterzucken. Eigentlich sei es empfohlen, nah beieinander zu schwimmen, um sich im Notfall gegenseitig helfen zu können. «Bei einem Abstand von 1,5 Meter ist das aber nicht möglich», sagt er.

Um ein rücksichtsvolles Miteinander zu ermöglichen, sind jeweils von Mittwoch bis Samstag «#Rhylax-Teams» unterwegs. Sie sprechen Personen an, die sich punkto Lärm und Littering rücksichtslos verhalten. Anzutreffen sind sie vor allem an hoch frequentierten Orten, wie dem Unteren Rheinweg. Mit dem diesjährigen Projekt, geht die Kampagne «#Rhylax», die vom Kanton iniziiert und von der Christoph Merian Stiftung fachlich und finanziell unterstützt wird, in die zweite Pilotphase. Neu sind die Teams auch am Grossbasler Rheinufer unterwegs.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1