Die Baloise Session verdichtet ihr Programm: Waren es im vergangenen Jahr 12 Konzertabende, so stehen 2017 nur zehn auf der Affiche. «Weniger ist manchmal mehr», sagte Festivalchefin Beatrice Stirnimann bei der Präsentation im Basler Atlantis. «Wir setzen auf Qualität statt Quantität.» Dass sich das gleiche Budget, stolze 8,5 Millionen Franken, nun auf zehn Abende verteilt, offenbart aber auch, dass deutlich mehr Geld in die Künstlergagen geflossen ist. «Uns ist die Exklusivität wichtig», sagt Stirnimann und verweist auf den hart umkämpften Festivalmarkt.

Und diese Exklusivität kostet im Fall von Alicia Keys einen Millionenbetrag, wie man sich ausmalen kann. Im Gegenzug wird die New Yorker Soul-Sängerin («Girl on Fire»), die in der Schweiz jeweils das Hallenstadion füllt, zwei Konzerte bestreiten. Und das im Messesaal mit 1500 Plätzen.

Die Exklusivität, sie hat im Fall von Alicia Keys auch Auswirkungen für die Fans: Definiert sich das Festival als Boutique-Festival, so manifestiert sich der noble Charakter auch bei den Ticketpreisen: Die günstigsten Plätze kosten 190 Franken, die teuersten 270 Franken. Damit dringt diese herbstliche Konzertreihe auch preislich in höhere Sphären vor, in denen sich etwa auch das Montreux Jazz Festival bewegt. 

Wie im vergangenen Jahr Norah Jones, durfte auch Alicia Keys ihre Support Acts selber auswählen. Stirnimann sandte ihr Hörbeispiele Schweizer Musiker zu. Und Keys entschied sich für Ira May und Annie Goodchild, zwei Sängerinnen mit signifikanten Soulstimmen, die am 1. respektive 2. November das Vorprogramm bestreiten dürfen. 

Teuer zu haben waren auch der britische Musiker Chris Rea («Josephine») oder Nelly Furtado («Turn Off The Light»), zwei weitere Künstler, die in der Regel grössere Hallen füllen. Finanzierbar waren diese Verpflichtungen nur, weil einerseits mit Swiss Prime Site ein zusätzlicher Sponsor an Bord geholt wurde, wie Stirnimann ergänzt. Und weil andererseits der Gönnerverein «Freunde der Baloise Session», dem vermögende Basler angehören, wieder einen Zustupf ans Gagenbudget machte.

Bedeutet das auch, dass weniger Tische in den freien Verkauf gelangen? Nein, sagt Stirnimann, maximal 30 Prozent der Tickets gingen an Sponsoren, rund drei Viertel der Tickets gelangen weiterhin in den normalen Vorverkauf, der am 30. August um acht Uhr starten wird. «Wir wollen weiterhin für eine gute Durchmischung im Publikum sorgen.»

Durchmischt ist auch das Programm, eklektisch gar. Da finden sich ältere Klassiker, die man hier schon erleben konnte, etwa die Funk- und Discoband Kool & The Gang oder den brasilianischen Sänger Gilberto Gil. Hinzu kommen ältere Überraschungen, etwa die britischen Ska-Rocker Madness, die wieder auf Tour sind.

Zu diesen Namen gesellen sich auch jüngere Acts im Programm. Dabei lässt sich eine weitere Annäherung an Clubsounds feststellen: Mit Goldfrapp kommt ein Duo, das vor allem zur Jahrtausendwende aufhorchen liess, sich vom cineastischen Sound vermehrt Richtung Elektropop weiterentwickelt hat.

Ihr Abend wird von Clean Bandit eröffnet, die mit der Single «Rather Be» vor drei Jahren einen Eurodance-Hit landete. Ebenfalls eher neu auf der Pop-Landkarte sind Kaleo und Asgeir, zwei isländische Acts, die einen gemeinsamen Abend bestreiten.

Das gesamte Programm finden Sie unter www.baloisesession.ch