Jugendkultur
Die neue «Kuppel» soll drei Jahrzehnte überdauern

Die Stiftung Kuppel bestätigt den Bericht der «Schweiz am Wochenende»: Der Musikpalast kommt zwei Jahre später und wird ohne neues Lokal von Simon Lutz gebaut.

Christian Mensch
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Die neue «Kuppel» soll ein Konzertklub für 750 Besucher werden. Im Untergeschoss finanziert Basel-Stadt mit 1,7 Millionen Franken acht Bandproberäume.

Die neue «Kuppel» soll ein Konzertklub für 750 Besucher werden. Im Untergeschoss finanziert Basel-Stadt mit 1,7 Millionen Franken acht Bandproberäume.

Kenneth Nars

Die erste «Kuppel» stand als Providurium rund 25 Jahre lang. Die neue «Kuppel», die im Frühjahr 2020 im Nachtigallenwäldeli fertig gebaut sein soll, ist von Anfang an für eine Lebensdauer von 30 Jahren konzipiert. Ausgelegt auf diese Frist wird die Stiftung Kuppel einen Unterbaurechtsvertrag mit der QPL AG von Simon Lutz abschliessen.

Diese hat 2014 auf die gleiche Dauer einen Baurechtsvertrag mit der Stadt Basel unterzeichnet und betreibt auf der Parzelle etwa das Restaurant Acqua. Auf drei Jahrzehnte sei auch die politische Planung ausgelegt, sagt Tobit Schäfer, der neue Präsident der Stiftung Kuppel. Wahrscheinlich sei bis dahin die bereits angedachte Erweiterung des Zoos bis zur Heuwaage realisiert. Dort sollte sich dannzumal auch längst schon das Ozeanium etabliert haben.

Stiftergeld für Bau und Unterhalt

Die Geldgeber, die den neuen Kuppelbau ermöglichen, sorgen für ein solches Szenario doppelt vor. So ist schon in den heutigen Statuten festgeschrieben, dass bei einer Liquidation der Stiftung der Zoo Basel das Erbe antritt. Schäfer sagt, die Stiftung werde finanziell so ausgestattet, dass sie neben der Finanzierung des Baus auch Mittel für den Unterhalt und die Instandhaltung während der Vertragsdauer bereitstellt.

Pläne für eine neue «Kuppel» gibt es nach einem Architekturwettbewerb bereits seit 2011. Nach langen Vorgesprächen mit Mäzenen wurde im Februar 2016 die Stiftung Kuppel gegründet. Im Frühjahr 2018 hätte der neue Club eröffnet werden sollen. In einer Medienmitteilung bestätigt die Stiftung am Montag, was die «Schweiz am Wochenende» am Samstag geschrieben hat: Im Oktober 2016 ist es zum Planungsstopp gekommen, weil sich die Geldgeber und Simon Lutz nicht über einen Gastrobetrieb im Neubau einigen konnten.

Die Mäzene wollten sichergestellt haben, dass ihr Geld ausschliesslich der Jugendkultur und nicht einem neuen Lutz-Restaurant zugute komme. Aus «wirtschaftlichen Gründen» lasse sich der neue Gastrobetrieb aber nicht realisieren, lautet nun die offizielle Begründung, weshalb es zum Planungsstopp und grundlegender Überarbeitung des Bauprojekts gekommen ist.

Stephan Werthmüller, Geschäftspartner von Simon Lutz und ebenfalls Stiftungsrat, vertritt eine andere Lesart: Die Finanzierung des Gastroteils sei sehr wohl durch eine Grossbank gewährleistet gewesen. Er selbst habe jedoch darauf gedrängt, den Betrieb der Kuppel von den Gastrobetrieben stärker zu trennen.

Selbstfinanzierter Betrieb

Statt über ein eigenes Lokal wird die neue «Kuppel» lediglich über eine Bar verfügen. Deren Umsatz soll zusammen mit den Konzerteintritten und vereinzelten kommerziell einträglichen Veranstaltungen die nötigen Mittel für einen Kulturbetrieb erwirtschaften. Schäfer erläutert das Konzept: Eine Modellrechnung habe gezeigt, dass die reinen Betriebskosten durchaus eingespielt werden könnten, sollte die Rechnung langfristig von Aufwendungen für das Gebäude entlastet werden.

Stiftung ist die Garantin

Noch nicht geklärt ist, wie die «Kuppel» dereinst betrieben werden soll. Schäfer sagt, die Stiftung werde gegenüber den Mäzenen als Garantin dafür auftreten, dass das Geld in ihrem Sinn ausgegeben wird. Dass eine Stiftung operativ als Konzertveranstalterin tätig ist, schätzen in der Regel weder die Stiftungsaufsicht noch die Steuerbehörde. Denkbar sei deshalb, dass der Betrieb der Kuppel an einen noch zu gründenden Verein übergeben wird. Doch bevor diese Fragen relevant sind, muss die neue «Kuppel» zuerst gebaut werden.

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