Neue Forschungen
Die Tigermücke könnte sich in Basel ausbreiten

Die Tigermücke ist seit über zehn Jahren im Tessin heimisch und dringt immer weiter nördlich vor. Das zeigen neuste Forschungen des Schweizer Tropen- und Public Health-Institut (Swiss TPH) in Basel, die der Zeitung «Schweiz am Sonntag» vorliegen.

Fabienne Riklin
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Die asiatische Tigermücke. HO

Die asiatische Tigermücke. HO

Knapp 200 Fallen hat das Swiss TPH zusammen mit der Scuola universitaria professionale della Svizzera italiana zur Überwachung der Situation aufgestellt. Die meisten stehen entlang der Nord-Südachse auf der A2 oder an Flughäfen. Denn die Tigermücke wird meist passiv von Autos, Lastwagen oder Flugzeugen verschleppt.

Eine Population hat sich bis jetzt zwar erst im Tessin etabliert, doch im letzten und vorletzten Sommer war die Tigermücke auch nördlich der Alpen anzutreffen. 2014 entdeckten die Forscher in vielen Fällen Eier von Tigermücken. Hinzu kommt: «Die Anzahl Funde sind gegenüber dem Vorjahr deutlich gestiegen», sagt Biologe Pie Müller von Swiss TPH. Es sei davon auszugehen, dass sich die Mücke noch weiter verbreiten wird, vor allem in den Regionen Genf und Basel. «Das Klima ist in Genf vergleichbar mit jenem im Tessin und für Populationen optimal.» Auch Basel habe ein mildes Klima. «Das mag die Tigermücke.»

Die Mücken ist nicht nur ein lästiger Blutsauger, sondern überträgt in den Tropen auch Krankheiten wie das Denguefieber oder das Zikavirus. Eine Gefahr für Menschen in der Schweiz besteht aktuell nicht. «Bis heute haben Tigermücken in der Schweiz keine ansteckenden Viren verbreitet», sagt Biologe Müller. Sämtliche registrierten Dengue- oder Chikungunya-Erkrankte hatten sich im Ausland infiziert.

Allerdings steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Tropenkrankheiten bei uns heimisch werden. Dies vor allem dadurch, dass die Reisetätigkeit der Schweizer von Jahr zu Jahr zunimmt. So sind vergangenes Jahr fünfmal mehr Menschen an Denguefieber erkrankt als noch 2008. «Daher könnte sich die Situation verschärfen», sagt Müller. Wenn mehr Menschen mit einem Virus infiziert sind, steigt auch das Ansteckungsrisiko.

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