Raumplanung
Direkter Zugang zu Merian Gärten soll Basler Dreispitz aufwerten

Mit der Arealentwicklung steigt der Nachfragedruck nach Grün: Nicht nur wird künftig im Dreispitz mehr gewohnt, sondern Verantwortliche haben eine Verdoppelung der heute rund 4000 Arbeitsplätze im Auge.

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Der Bund hat den Steg ins zweite Agglomerationsprogramm Basel als A-Priorität aufgenommen. Hier zu sehen: Das Dreispitz-Areal. (Archiv)

Der Bund hat den Steg ins zweite Agglomerationsprogramm Basel als A-Priorität aufgenommen. Hier zu sehen: Das Dreispitz-Areal. (Archiv)

Dominik Pluess

Das Gewerbe-, Bildungs- und Wohngebiet Dreispitz auf Basler und Münchensteiner Boden soll einen direkten Fussgänger-Steg über die Bahn zu den Merian Gärten bekommen. Für die Nutzer- und Bewohnerschaft des dicht bebauten Areals würde so ein roter Teppich ins Grüne gelegt.

Markantestes Zeichen für den Umbruch im einst reinen Gewerbegebiet Dreispitz ist derzeit der Kunst-Campus mit der Fachhochschule am Ostrand, neben dem Tramdepot Ruchfeld. Allein im FHNW-Neubau gehen rund 1000 Studierende und Dozierende ein und aus. Der Campus hat deshalb bereits eine eigene Haltestelle für das 11er-Tram erhalten.

Rar ist im Dreispitz aber Grün. Umschlagsintensiven oder lärmigen gewerblichen Nutzungen kommt zupass, dass das Gebiet nach aussen mit grossen Gebäuden und Geleisen klar abgegrenzt und recht geschlossen ist. Dies rückt jedoch Grünzonen und Naherholungsgebiete gleich nebenan in weite Ferne; die kurze grüne Pause kostet so lange Wege.

Grün immer gefragter

Mit der Arealentwicklung steigt der Nachfragedruck nach Grün: Nicht nur wird künftig im Dreispitz mehr gewohnt, sondern Verantwortliche haben eine Verdoppelung der heute rund 4000 Arbeitsplätze im Auge. Abhilfe schaffen soll ein Steg über die Bahngeleise beim Kunst-Campus, direkt von den Neubauten zum alten Baumbestand.

Die Christoph Merian-Stiftung (CMS) findet mit ihrer Idee offene Ohren: Der Bund hat den Steg ins zweite Agglomerationsprogramm Basel als A-Priorität aufgenommen, der Gemeinde Münchenstein gefällt nicht zuletzt eine damit verknüpfte neue 10er-Tram-Haltestelle, und auch der Kanton Baselland hält rechtliche Hürden für überwindbar.

Konkret ist der Raum, wo der Steg in die Merian Gärten mündet, sensibel: Dort steht eine historische Villa mit prächtigem Ensemble, und zweitens tangiert die Wegführung geschützte Trockenwiesen. Für diese Flächen sucht die Gemeinde derzeit Ersatzflächen, ist aber optimistisch, wie es gegenüber der Nachrichtenagentur sda hiess.

Termin-Fragen

Lange suchen kann man nicht mehr, denn für das Aggloprogramm II sollte mit dem Bau bis 2017 begonnen werden. Vom Bund ist so eine Beteiligung von 1,7 Millionen Franken an den Gesamtkosten von rund 5 Millionen in Aussicht gestellt. Projektiert ist ein ebener Steg über die dort tiefer geführten SBB-Geleise sowie eine Ampel über die Strasse.

Nicht im Aggloprogramm-Projekt ist die neue 10er-Haltestelle; sie hat hingegen vom Bund wohl FABI-Gelder zugut. Gemäss der Baselland Transport AG (BLT) ist die Haltestelle frühestens 2019 baureif. Nur: Solange das Tram nicht hält, muss sicherheitshalber eine Schranke für die Fussgänger hin, die etwa 250'000 Franken kostet.

Bei der CMS ist man zuversichtlich, dass der Bund bei einer absehbar kurzen Verzögerung Hand reichen würde, den Steg samt Haltestelle auch nach 2017 noch mitzufinanzieren, damit man nicht für nur vielleicht zwei Jahre eine Schranke bauen muss. Konstruktiv sei die Haltestelle in der Steg-Weg-Planung jedenfalls schon mit vorbereitet.

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