Basler Nachtleben
Drinnen läuft Hip-Hop, draussen fliegen die Fäuste

Das «Vice» in der Steinentorstrasse gerät in den letzten Monaten immer wieder in die Negativschlagzeilen. Schlägereien und Polizeieinsätze scheinen beim Club zum Alltag zu gehören. Polizei und Behörden sind machtlos.

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Die Basler Polizei muss regelmässig wegen Schlägereien vor dem Club «Vice» ausrücken.

Die Basler Polizei muss regelmässig wegen Schlägereien vor dem Club «Vice» ausrücken.

Kenneth Nars

«Vice» heisst der Club an der Steinentorstrasse 35. Englisch für Laster. Seit Mai 2016 ist der Club geöffnet, der vor allem auf Hip-Hop und R’n’B setzt. Er folgte auf den erfolglosen Techno-Schuppen «Velvet» und bespielt die gleichen Räume wie vor ihm «Mad Wallstreet», «Mad Max» und «Yes».

Doch nicht die ständigen Namensänderungen machen derzeit Schlagzeilen, sondern eine Serie von Gewalttaten. Seit letztem Oktober hat die Staatsanwaltschaft sieben Gewaltdelikte kommuniziert, die mit dem Club in Zusammenhang stehen. Und aus Polizeikreisen ist die Forderung zu hören, man solle doch «die Bude einfach schliessen».

Doch die Polizei ist machtlos. Sie kann nur die Patrouillentätigkeit im Umfeld erhöhen, sagt Mediensprecher Martin Schütz. Man habe die Lage im Auge und schreibe Rapporte ans Bau- und Gastgewerbeinspektorat. Dieses ist für die Bewilligung an den Club zuständig.

André Frauchiger, Mediensprecher im Bau- und Verkehrsdepartement, sagt aber ebenfalls, man könne nichts unternehmen. «Strafrechtliches respektive gewalttätiges Verhalten von Personen vor einem Club/Restaurationsbetrieb kann nicht mit dem Bewilligungsinhaber respektive mit der Betriebsbewilligung verknüpft werden.» Der Betreiber sei nur innerhalb für einen ordentlichen Betrieb zuständig. «Es besteht daher keine Möglichkeit, gestützt auf das Gastgewerbegesetz den Bewilligungsinhaber aufgrund derartiger Ereignisse zu sanktionieren.» (dre)

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