Milliardär

Ein Murdoch ist auf dem Weg nach Basel: Das ist der geheime Investor der MCH Group

Rupert Murdochs Sohn James mit seiner Fraue Kathryn Hufschmid

Rupert Murdochs Sohn James mit seiner Fraue Kathryn Hufschmid

Der Milliardär James Murdoch wird Ende Woche als Grossinvestor der MCH Group vorgestellt. Er hat ein familiäres Imageproblem.

Das Rätsel um den Investor bei der MCH Group ist gelüftet. Ende Woche soll die private New Yorker Investmentgesellschaft Lupa Systems als neue Hauptaktionärin vorgestellt werden. Sie ist das Familienbüro von James Murdoch, dem Sohn des australischen Medienmoguls Rupert Murdoch. Der Name Murdoch wurde in den vergangenen zwei Wochen gezielt ins Gespräch gebracht. Die Abwehr dagegen folgte auf dem Fuss.

Murdoch betreibt in den USA mit Fox-News den Haussender von Donald Trump und hat in England mit den Boulevard-Blättern der News Corporation in England massgeblich die Brexit-Kampagne getragen. Der grösste Teil von James Murdochs Vermögens steckt zwar im Familien-Trust. Doch James Murdoch hat sich im Vorjahr mit dem Patriarchen Rupert und seinem Bruder Lachland Murdoch überworfen und ist aus dem Familiengeschäft ausgestiegen. Um sich von der Familie abzugrenzen, hat er etwa öffentlich kritisiert, wie die Murdoch-Blätter in Australien den Klimawandel verneinen oder sich in den USA an die Seite des demokratischen Präsidentschaftskandidaten Pete Buttigieg gestellt.

Der junge Murdoch will sich neu erfinden

Mit Lupa Systems, die erst seit gut einem Jahres besteht, will sich Murdoch auch als Unternehmer neu erfinden. Als Spielgeld stehen ihm zwei Milliarden Dollar zur Verfügung. So viel erhielt jeder Spross, als die Familie die 21st Century Fox dem Disney-Konzern verkaufte. Die Investments erfolgten in den vergangenen Monaten in hoher Kadenz. Ein klares Profil ist dabei allerdings noch nicht zu erkennen. Im Portfolio sind Medienbeteiligungen etwa am kultigen Vice-Media, in das andere Investoren das Vertrauen verloren haben, oder dem Filmfestival Tribeca, das der Schauspieler Robert de Niro mitbegründet hatte, oder auch am Comicverlag AWA Studios, das den Autoren besondere Rechte gibt. Mit dem News-Aggregator Dailyhunt, der Glücksspiel-Plattform Dream 11 und der auf Erziehungstechnologie spezialisierte Harappa ist Murdoch drei Beteiligungen in Indien eingegangen.

Seine Engagements entstehen im Rahmen von ordentlichen Finanzierungsrunden zusammen mit anderen Investoren, das Geld fliesst in bestandene Firmen oder aber in Start-ups wie beim Datensammler Morning Consult. Murdoch spannt mit der Weltelite zusammen. Das Virtual-Reality-Projekt The Void führt er mit Tesla-Gründer Elon Musk. Unter Führung von Blackrock zahlt er in einen Fond ein, der Umweltfirmen finanziert. Als Umweltengagement gilt auch die Mitfinanzierung von Notpla, das eine biologisch abbaubare Verpackung entwickelt. Wie in dieses Sammelsurium das Engagement bei der MCH Group passt, hat James Murdoch noch zu erläutern.

Bei Sky Kompetenzen unter Beweis gestellt

Als Chef etwa des Satellitenfernsehens Sky hat er immerhin bewiesen, dass er es nicht nur versteht Kunden zu gewinnen, sondern auch, dass er sehr frühzeitig die Herausforderungen und Möglichkeiten der Digitalisierung erkannte. Unter welchen Konditionen Murdoch beim Schweizer Messekonzern einsteigt, ist unklar. Anders als Konkurrenten, die dem Vernehmen nach einen höhere Preis boten, hat er jedoch Grundbedingungen akzeptiert: Eine Sperrminorität bleibt in öffentlicher Hand und die Messeplätze in der Schweiz müssen erhalten bleiben.

Eine besondere Affinität hat aber auch James Murdoch für die Art Basel. Schliesslich sitzt er im Kuratorium des New Yorker Dia Art Foundation. Zwei Jahre war er zudem im Aufsichtsrat von Sotheby’s. Das Amt musste er jedoch aufgeben, da er als Verantwortlicher in einen Abhörskandal von Murdoch -Zeitungen verwickelt war. Die Familie hatte ihn eingeholt.

Autor

Christian Mensch

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