Coronavirus
Eine Verlängerung scheint realistisch: Basler Lockdown light wirkt, aber wohl noch zu wenig

Die Basler Regierung dürfte die Massnahmen verlängern. Das Gewerbe fordert neue Unterstützung bei den Mieten.

Jonas Hoskyn
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Seit zwei Wochen befindet sich Basel-Stadt im Lockdown light.

Seit zwei Wochen befindet sich Basel-Stadt im Lockdown light.

Nicole Nars-Zimmer

Seit zwei Wochen befindet sich Basel-Stadt im Lockdown light. Restaurants, Fitnessclubs, Schwimmhallen und weitere Freizeiteinrichtungen sind geschlossen. Damit sollte der steigende Trend an Neuinfektionen gebrochen werden. Die Zahlen zeigen: Die Massnahmen scheinen zu greifen – mit gewissen Vorbehalten. So könnte die Trendwende bereits vor dem Inkrafttreten der Massnahmen erfolgt sein. Mittlerweile verlaufen die Basler Zahlen parallel zur nationalen Entwicklung. Dies im Unterschied zum Baselbiet, wo der Trend nach oben zeigt.

Zahlen stagnieren auf hohem Niveau

Doch auch wenn die Inzidenz – die Zahl der Infektionen pro 100'000 Personen in einer Woche – im Sinken begriffen ist, liegt in Basel-Stadt noch immer über dem schweizerischen Mittelwert. Und: Der R-Wert, also der Schnitt, wie viele neue Personen ein Infizierter ansteckt, lag zuletzt bei 0,97. Die Zahlen stagnieren also auf hohem Niveau.

In dieser Situation muss die Basler Regierung diese Woche darüber entschieden, ob sie den Lockdown light fortführen will. Denn eigentlich waren die neuen Massnahmen auf drei Wochen befristet. Gleichzeitig fordern die Restaurants und Gewerbetreibenden Planungssicherheit. Gut möglich, dass der Entscheid bereits in der heutigen Regierungssitzung fällt.

Mietzinshilfen sollen wieder aufgenommen werden

Kommt dazu, dass die Nachbarkantone, die zurzeit noch weniger starke Massnahmen haben, stark unter Handlungsdruck stehen. So hat Bundesrat Alain Berset der Baselbieter Regierung vergangene Woche bei seinem Besuch ins Gewissen geredet. Heute tagt diese und es wäre eine ziemliche Überraschung, wenn sie nicht ebenfalls die Schraube anziehen würde. Zumal bisher vor allem die Baselbieter Regierung dafür kritisiert wurde, dass es in der Region wieder einmal mehr kein einheitliches Vorgehen der Behörden gab – und nicht die vorgepreschte Basler Exekutive.

Auch angesichts dessen würde ein Zurückkrebsen der baselstädtischen Regierung ziemlich quer in der gesundheitspolitischen Landschaft stehen. Namentlich der Basler Gesundheitsdirektor Lukas Engelberger würde sich in seiner Funktion als aktueller Vorsteher der kantonalen Gesundheitsdirektoren angreifbar machen, zumal er bisher zur vorsichtigen Seite zählte.

Der Schaden, den die Massnahmen anrichten und der Einfluss auf die Infektionszahlen stehen in keinem Verhältnis.

(Quelle: Gabriel Barell, Basler Gewerbedirektor)

Doch es gibt auch andere Stimmen: Der Basler Gewerbedirektor Gabriel Barell sagt: «Der Schaden, den die Massnahmen anrichten und deren Einfluss auf die Infektionszahlen stehen in keinem Verhältnis.» Der November und Dezember seien für Detailhandel, Gastronomie und Hotellerie wichtige Monate. «Jeder zusätzliche Tag erhöht das Konkursrisiko.» Als Entlastung fordert er, dass die Mietzinshilfen (das sogenannte Dreidrittelmodell) wieder aufgenommen werden, zumal die dafür bereit bewilligten Mittel beim Kanton noch nicht aufgebraucht sind.