Fluglärm
Euro-Airport kommt im Elsass unter Druck

Ein südelsässischer Zweckverband verlangt ein Verbot der Starts zwischen 23 und 6 Uhr und mehr Direktstarts in Richtung Süden.

Peter Schenk
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Der Zweckverband Saibnt- Louis Agglomération setzt mit einer Motion den Euro-Airport unter Druck. Zwischen 23 und 6 Uhr sollen keine Starts mehr erfolgen.

Der Zweckverband Saibnt- Louis Agglomération setzt mit einer Motion den Euro-Airport unter Druck. Zwischen 23 und 6 Uhr sollen keine Starts mehr erfolgen.

zvg

Einen Anwohnerverband gegen Fluglärm vom Euro-Airport (EAP) gibt es im Südelsass schon lange. Nun ist es ihm gelungen, dass die Politiker einen Teil seiner Forderungen übernehmen.

Saint-Louis Agglomération, ein Zweckverband, in dem 40 südelsässische Gemeinden mit 78 000 Einwohnern zusammengeschlossen sind, hat eine Motion an den EAP-Verwaltungsrat verabschiedet. Darin stellen die Politiker fest, dass laut der Statistiken von Anfang 2017 auf dem EAP ein bedeutender Zuwachs der Starts zwischen 23 Uhr und 6 Uhr festzustellen sei. Darauf sei auch die steigende Zahl der Beschwerden aus den Anwohnergemeinden des Flughafens zurückzuführen.

Laut Motion werde der Fluglärm zu dieser Zeit «verstärkt wahrgenommen» und jeder habe das Recht auf Nachtruhe. Die Politiker betonen die wirtschaftliche Bedeutung des Flughafens für das Südelsass, die allerdings mit der Lebensqualität der Anwohner kompatibel sein müsse.

Die Motion fordert, dass Starts zwischen 23 Uhr und 6 Uhr verboten werden. Auch sollen Direktstarts Richtung Süden für alle Flüge in diese Richtung bevorzugt werden. Schliesslich setzt sich die Motion dafür ein, dass die Südstarts systematisch vom Anfang der Piste erfolgen sollen. Hintergrund ist, dass die Flugzeuge beim Überflug der Gemeinden so bereits eine grössere Höhe erreicht haben. Die Motion geht jetzt in die Parlamente der 40 Gemeinden und wird nach Verabschiedung an den EAP-Verwaltungsrat weitergeleitet.

Keine Ausnahmegenehmigungen

Der Anwohnerverband Adra (Association pour la défense des riverains de l’Euro-Airport) setzt sich auch gegen Ausnahmegenehmigungen ein. So habe der EAP im Jahr um die 100 Genehmigungen für Nachtflüge erhalten, während es auf dem grossen Flughafen Paris Charles-de-Gaulle nur neun seien. Bei dieser Forderung habe der Verband Unterstützung von der Aufsichtsbehörde Acnusa (Autorité de contrôle des nuisances sonores aéroportuaires) erhalten, sagte ihr Präsident Bruno Wollenschneider in einem Interview mit den «Dernières Nouvelles d’Alsace».

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