Fahndung
Vergewaltigung bei der Heuwaage: Mutmasslicher Täter sitzt in Untersuchungshaft

Rund eine Woche nach dem Missbrauch an einer jungen Frau in der Nähe der Heuwaage vermeldeten die Behörden am Samstag die Festnahme des mutmasslichen Täters.

Bojan Stula
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In der Nähe der Heuwaage kam es am Freitag vor einer Woche zu einer Vergewaltigung.

In der Nähe der Heuwaage kam es am Freitag vor einer Woche zu einer Vergewaltigung.

Symbolbild: Nicole Nars-Zimmer

Fahndungserfolg für die Basler Polizei im Falle der Vergewaltigung in der Nähe der Heuwaage in Basel: Verschiedene Hinweise hätten zur Verhaftung eines 19-jährigen afghanischen Staatsbürgers geführt, schrieb die Basler Staatsanwaltschaft in ihrer Medienmitteilung. Staatsanwaltschaftssprecher Martin Schütz betonte in diesem Zusammenhang, dass Corona-Meldedaten bei der Festnahme keine Rolle gespielt hätten und solche Daten auch nicht ausgewertet worden seien.

Der Verdächtige sitzt seit Freitag nun in Untersuchungshaft, welche das Zwangsmassnahmengericht angeordnet hat. Die Staatsanwaltschaft verband die Meldung seiner Verhaftung mit einem neuerlichen Zeugenaufruf. Personen mit sachdienlichen Hinweisen sollen sich bei der Kriminalpolizei oder auf einem Posten melden.

Keine Aussage zur Internet-Hetzjagd

Das Verbrechen am 29. Oktober in der Fussgängerunterführung beim Lohweg hatte in der Basler Bevölkerung emotionale Reaktionen ausgelöst. Bereits am Sonntagabend nach der Tat führten rund 150 Personen zwischen Theater- und Claraplatz eine spontane, friedliche Demonstration gegen sexuelle Gewalt durch. In den Folgetagen kursierte im Rahmen einer regelrechten Hetzjagd in den sozialen Medien ein Bild des mutmasslichen Täters, das aber schon lange vor der Tat in einem Basler Club aufgenommen worden war, wie Recherchen dieser Zeitung ergaben. Gegenüber dem «Regionaljournal» von SRF am Samstag wollte sich Sprecher Martin Schütz nicht mehr zu diesem Foto äussern.

Dafür nahm kurz nach der Verhaftungsmeldung bereits die politische Instrumentalisierung ihren Lauf: Die Basler SVP verbreitete einen Tweet, laut dem «nicht-integrierte Ausländer» der Gewalt gegen Frauen «einen Namen» geben.

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