Krise der Messe
Fragen, Antworten – und noch mehr Fragen: Der politische Druck auf die MCH Group AG wächst

Nach der Beantwortung der Investorenfragen durch die MCH Group stellen nun auch Politiker fragen. Insbesondere SVP-Grossrat Joël Thüring, der einen fast so umfangreichen Fragebogen an die Basler Regierung stellt. Das Leitmotiv bleibt: Welche Strategie verfolgt die Messe in Zukunft?

Andreas Schwald
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Viel Betrieb vor Ort – auch in Zukunft: Die Messe soll den Standort Basel weiterhin befruchten.

Viel Betrieb vor Ort – auch in Zukunft: Die Messe soll den Standort Basel weiterhin befruchten.

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Neben den 39 Fragen, die am Montag von der MCH Group beantwortet wurden, sieht sich jetzt auch die Basler Regierung mit einem Fragebogen konfrontiert. SVP-Grossrat Joël Thüring hat am Montag eine Interpellation mit zwanzig Fragen an den Kanton eingereicht, die ebenfalls eine umfangreiche Bandbreite abdecken.

Thüring bezieht sich zum Einen auf den Kauf des Musical Theaters und der Halle 3 durch die Stadt, der vergangene Woche publik wurde, zum Andern aber auch auf die Antworten der Messe an die AMG Investment Group. Insbesondere was die Hallen-Auslastung und deren möglicher Verkauf angeht, zeigt sich Thüring kritisch. Er lancierte bereits im Herbst 2019 erfolglos einen Vorstoss, der mögliche Hallenkäufe durch den Kanton gesetzlich verunmöglichen sollte.

Nun will Thüring wissen, wie viel der Kanton für die Halle 3 und das Musical Theater ausgegeben hat sowie welche Zukunft der Kanton für die Herbstmesse in den Hallen der MCH Group sieht. Die Halle 3 soll noch bis Ende 2025 im Mietverhältnis von der MCH bespielt werden. Für die Zeit danach stellte der Kanton bereits Wohnungsbau auf dem Gelände in Aussicht.

Das Messe-Umfeld ändert sich tiefgreifend

Neben den lokalen Auswirkungen und den Immobilienfragen beschäftigt aber auch die Strategie der MCH Group die Politik. Schliesslich halten die Kantone statutarisch die Mehrheit im Verwaltungsrat. «Es ist sicher nicht einfach, eine Lösung zu finden», sagt Thüring bezüglich einer allfälligen Kapitalerhöhung. Es sei aus Standortsicht wichtig, dass Basel-Stadt wesentlich mitbestimme, wo die Messen künftig stattfinden. Das würde zwangsläufig bedeuten, dass der Kanton bei einer Kapitalerhöhung mitginge. Andererseits sei zu akzeptieren, dass sich das wirtschaftliche Umfeld der MCH Group tiefgreifend verändert.

In diesem Zug stellt Thüring auch die Frage, ob der Zeitpunkt nun nicht angemessen sei, seine eigenen Richtlinien zur Corporate Governance umzusetzen; also mandatierte Externe statt Regierungsräte in den Verwaltungsrat zu entsenden. Der Zeitpunkt dafür sei günstig, da zwei Basler MCH-Verwaltungsräte ihr Regierungsamt verlassen: Eva Herzog (SP) und Christoph Brutschin (SP).

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