Hochschule für Musik
Georges Starobinski neuer Leiter der Basler Hochschule für Musik

Georges Starobinski wird neuer Leiter der Basler Hochschule für Musik. Der 51-jährige Pianist, Musikwissenschafter und Dirigent tritt sein Amt im September an, wie die Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) am Dienstag mitteilte.

Christian Fluri
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Georges Starobinski wird neuer Leiter der Basler Hochschule für Musik.

Georges Starobinski wird neuer Leiter der Basler Hochschule für Musik.

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Sie ist ein Sieg der Kunst, des Nachdenkens über Kunst und der Forschung künstlerischer Entwicklung, die Wahl des neuen Leiters der Hochschule für Musik Basel. Der 51-jährige Georges Starobinski, Musiker, ausgewiesener Pianist und Liedbegleiter, der zugleich Forscher und an der Universität Lausanne Ordinarius für Musikwissenschaft ist, wird ab September Leiter der Hochschule. Dies teilt die Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) mit. Die Hochschule umfasst neben der klassischen künstlerischen und pädagogischen Ausbildung auch die Bereiche Forschung und Entwicklung, das Elektronische Studio und die Abteilung Jazz. Bis September bleibt Interimsleiterin Katharina Gohl Moser.

Georges Starobinski bildet mit Pedro Memelsdorff, dem neuen Leiter der Schola Cantorum Basiliensis, und Stephan Schmidt, dem Direktor der beiden Basler Musikhochschulen und der Musik-Akademie, ein Team das für die Kunst und eine Lehre von hoher Qualität steht. Memelsdorff ist ebenso ein international gefragter Musiker und Forscher.

«Wir brauchen einen Impulsgeber»

«Georges Starobinski steht mit seiner Erfahrung als Musiker und Musikwissenschafter für ein fruchtbares Miteinander von künstlerischer Praxis, Reflexion und Forschung auf einem sehr hohen Niveau», begründet Schmidt die Wahl. Die Hochschule für Musik trieb den Einbezug der Forschung in die Lehre bereits voran, als ihr noch der heutige Akademie-Direktor noch vorstand.

Damit näherte sie sich dem pionierhaften Prinzip der Schola Cantorum Basiliensis, der Hochschule für Alte Musik, an. Starobinski, der internationalen Ruf geniesst, wird die Hochschule in diesem Sinne weiter entwickeln. «Wir suchten als Leiter für beide Hochschulen Impulsgeber und nicht Administratoren.» Die Verwaltungsarbeit könnten Leiter und Professoren im Team gemeinsam bewältigen, fügt Schmidt an. Die Wahl habe die volle Unterstützung der Gesamtleitung der FHNW, sagt Schmidt. «Sie hat ein Interesse einer starken Musikhochschule», die ihren Weltruf pflege und entwickle.

Starobinski, der mit seiner Familie schon länger in Basel lebt, äussert gegenüber der bz seine grosse Freude an der Wahl. Er lobt die hohe Qualität der Basler Musikhochschulen und der Allgemeinen Musikschulen. Er ist als Künstler und Professor auch stark in der Neuen Musik verankert, die in Basel hohen Stellenwert hat: «Die zeitgenössische Musik, die in Basel grosse Tradition hat, ist sehr wichtig.»
In Basel verankert

Als glückliche Fügung sieht Schmidt, dass Starobinski die frankophone Musikwelt mit nach Basel bringt und damit das Netzwerk der Hochschule um einen wichtigen Bereich vertieft und erweitert.

Der in Genf aufgewachsene Starobinski studierte dort und in München Klavier, Dirigieren und Musikwissenschaft. Drei Jahre lang war er Korrepetitor mit Dirigierverpflichtung am Theater Basel - während der Intendanz Frank Baumbauer. Später war er Dozent an der Universität Genf, seit 2004 ist er Ordinarius an der Universität Lausanne. Unter anderem lehrt und forscht er an der Haute Ecole de Musique Lausanne und der Universität Genf. An der Musik-Akademie Basel hielt er schon mehrere Lectures und Vorträge.